Montag, 31. Januar 2011

Q304: Die etwas andere Morgenlatte

So, jetzt kann ja überhaupt nix mehr passieren. Mein Team „Schlag den Jones“ nimmt immer konkretere Formen an. Nachdem ich ja die Frau Monk auf ihren ersten Triathlon vorbereitet habe, kommt jetzt natürlich die Retourkutsche. Die Ehrgeizlerin, die seit 2 Jahren boxt, hat sich bereit erklärt mir den letzten Schliff in Sachen Jab, Upper-Cut und Co. zu geben. Jones wird unendliche Schmerzen haben!

Als erstes waren wir in der Fighters-World Helm und Zahnschutz kaufen. Beim Helm auf Passform prüfen war mir klar was auf mich zu kommt. Ich dachte durch die Schaumstoff-Birne spürt man nichts. Denkste.

Zum eingewöhnen setzen sie den Helm eine Nacht beim Schlafen auf!“, war der Tipp der Verkäuferin.

Gestern in der Früh bin ich dann mit steifen Genick wach geworden. Ob der Polster wohl schuld daran war?

Freitag, 28. Januar 2011

Q303: Das Eisenbahngesetz von 1957

Die besten Geschichten schreibt das Leben, die allerbesten jedoch die ÖBB. Gestern hatte ich wieder eine unheimliche Begegnung der anderen Art mit den Hacklergeregelten Frühpensionisten mit 42.

Der Zug um 18:20 ist immer gerammelt voll. Ich hasse diese Züge. Um die Zeit ist am meisten los und trotzdem gibt’s nur Kurzzüge. Bei der Zugankündigung: „Dieser Zug wird als Kurzzug geführt!“, werden die Leute schon hektisch.

Sofort springen alle auf, um sich richtig am Bahnsteig zu positionieren und gleich den Einstieg zu haben. Ready to rumble. Da fährt die Eduscho-Buchhalterin genau so ungeniert den Ellbogen aus wie der Referatsleiter der MA 666 der den Sitzplatz vor der Eduscho-Tante ergattern will.

Alte Zugfahrhasen, so wie ich, wissen wo sie sich am Bahnsteig postieren müssen.
  • Erste Türe, erstes Abteil = U-Bahnaufgang + 3 Fliesen nach Links
  • Zweite Türe, zweites Abteil = Ende zweite Säule + 2 Fliesen nach rechts
So ist es zumindest bei den alten Zügen. Aber nur wenn der Zug auch beim Zeichen Kurzzugende stehen bleibt. Bei den Neuen muss der geneigte Sitzplatzbekommer (aka Eduscho, aka MA 666, aka ich) zwei Fliesen dazu zählen. Da sind die Abstände zwischen den Türen nämlich anders. Hat da gerade wer Monk gesagt?

Die S7, also meine Strecke, ist die Strecke zum Flughafen. Da sind die Züge immer gerammelt voll, die Kurzzüge gerammelt voller. Am meisten ist beim Einstieg los. Dort müssen die Leute dann stehen die die Zauberformel (2 Fliesen links von …) nicht kennen und eben zu letzt einsteigen. Aber das ist OK. Ich weiß auch nicht bei welcher Fliese ich am Hamburger Hauptbahnhof stehen muss. Eingefädelt, ausgeschieden!

Also, wie gesagt. Begegnung der anderen Art.

Der Zug ist noch immer gerammelt voll. Beim Einstieg stehen die geschlichteten Sardinen. Darunter vier Reisende mit Sombrero und großen Rücksäcken. Einfahrt Haltstelle Kledering. Der Zugführer testet die Bremsen. Die Massen kommen ins trudln. Einer der Sombreros fliegt waagrecht in die Notruftaste. Was heißt eigentlich „Festhalten“ auf spanisch?

Die Notruftaste fängt zum Brummen an. Tüllü-Tüllü, Tüllü-Tüllü. Plötzlich ertönt die sonore Stimme des Zugbegleiters im schönsten ÖBB-Deutsch: „Wooos is?“. Keiner fühlt sich zuständig zu Antworten. Wie auch. Wenn er fragen würde „¿Qué está pasando“, dann ja. Aber mit „Wooos is?“ gibt es keine Torte zu gewinnen.

Daher ein zweiter Versuch: „Hallo, nau waus is jetzta!“. Die Sombreros wundern sich wo die Stimme herkommt, blicken sich fragend an und verstehen nur Bahnhof … [Estación]

Eine der anwesenden Sardinen erbarmt sich und antwortet für die Sombreros. „Entschuldigen sie, da hat wer irrtümlich die Taste berührt!“ – „Wos hast irrtümlich, des geht net! Gibt’s a Problem?“ – „Nein“ – „Waarum druckns daun! Des diaffns net, des is vabotn!“ – „OK, wir haben verstanden. Es ist alles in Ordnung! Es war ein Versehen.

Wos hast Vasehn? Se diaffn des net“ – „Warum haums de Blombn auwedaun?“ – „Das haben wir nicht. Da ist keine Plombe drauf!“ – „Se diaffn trotzdem net druckn! Unbefugtes Verwenden ist strafbar!“ – „Ich sagte schon es tut mir leid!“ – „Was haast es tuat lad, des geht net! Laut Eisenbahngesetzt von 1957 dürfen die Alarmvorrichtungen nur…

Eine andere Sardine, Typ junger Scheiß-mi-nix, mischt sich ein und kapert die Sprechfunkanlage: „Heast Schinen-Taxler. Waunst net gleich weidafoast kum i vire und moch da an Einlauf mit dein Eisenbaunagesetz! Mei Fliga geht in ana hoibn Stund und i bin eh scho tschped draun!

Da der verdutzte Schienen-Taxler (aka Zugführer) darauf mit dem Schließen der Türen reagiert und den Zug in Bewegung setzt, wurde nichts aus der erhofften Alltagsdiskussion über die zentrale Frage nach der unbefugten Verwendung der Notruftaste und dem Eisenbahngesetz von 1957.

Was heißt eigentlich Einlauf auf spanisch?

Mittwoch, 26. Januar 2011

Q302: "Schlag den Raab ist tot" es lebe "Schlag den Jones"

Zum Thema „Schlag den Jones“ habe ich gestern die ersten Vorbereitungen getroffen um den Archäologen zu zeigen wo Q. (aka der BoxGott) wohnt. Nachdem ja Lighning McQueen und Graf Krolock (Q290) noch immer in meiner Muckibude überwintern, muss ich meine Trainingsvorbereitungen in die Garage verlegen. Dort ist es zwar arschkalt, aber Rocky hat sich gegen Ivan Drago auch in der Garage vorbereitet.

Gestoppte 13 Minuten habe ich gebraucht um den Sandsack in der Garage auf zu hängen. Danach habe ich 17 Minuten lang dem sandgefüllten Jones das Fürchten gelehrt, wobei nach 3 Minuten klar war das einer von uns keine Chance hat.

Wer das ist verrate ich nicht. Es wird sich zeigen.

Sonntag, 23. Januar 2011

Q301: “Always look at the bright sight of life” oder “De Deppatn homs Gligg”

Letzte Woche, Heimfahrt mit dem Zug. Links von mir sitzen zwei Mädels. Strohblond, Kriegsbemalung und jede Menge Blech im Gesicht. Wie sich heraus stellt, Mama und Tochter. Mama ist jung Mama geworden oder Mama kennt das Geheimnis ewiger Jugend. Nennen wir sie einfach Blondie-Jung und Blondie-Alt und bedienen ein Klischee.

Ein Klischee?

Blondie-Alt liest eine dieser Open Source Tageszeitungen die am Bahnhof gratis aufliegen aber nicht umsonst sind! Blondie-Jung spielt mit Handy und verschickt SMS. Die macht das öfters, das sieht man.

Plötzlich signalisiert der Lady-Gaga-Klingelton in vollster Lautstärke eine eingehende SMS am Handy von Blondie-Jung. Einem „Wer issn des scho wida!“, folgt ein Check der SMS. Große Augen, dann ein jubeln: „Des pock i net. Mama, i hob kwunna. Do steht daas i fünftausnd Euro bei an Preisauschreibn kwunna hob. Und das i zruck ruafen soi!

Blondie-Alt will wissen welches Preisausschreiben das war, was wiederum Blondie-Jung egal ist: „Wöcha Preisausschreibn? Des waaaaaas i net, irgend ans hoid. Oba des is ma Scheißegal!“ Der Thronfolger würde jetzt sagen: „Scheiße sagt man nicht!

Blondie-Alt empört sich: „Spinnst! Wie redst du mit mia? So red ma ned mit seina Mutta!

Mein Gegenüber - älterer Herr, Typ grau melierter Studienrat mit akurat gepflegtem Schnauzbart - schaut mich an und verdreht die Augen. Wir wissen beide wer da wirklich gewinnt. Das ganze Zugabteil weiß wer wirklich gewinnt.

Blondie-Jung ruft zurück und hängt geschätzte 8 Minuten (= 3 Schnellbahn-Stationen S7 – Rennweg bis Zentralfriedhof = 3 x 3,99 Euro) in der Warteschleife zur Musik von Monty Python’s „Always look at the bright sight of life!“ und einer Tonbandstimme: „Ein Mitarbeiter wird sich nach dem Freiwerden der nächsten Leitung melden. Legen sie nicht auf, ein neuerlicher Anruf wird neu gereiht und verlängert die Wartezeit!“ Wer’s glaubt.

Es meldet sich wirklich wer am anderen Ende. „Ja, ich habe eine SMS erhalten, dass ich gewonnen habe!“ – „Wirklich? Das ist toll.“ – „Ja, natürlich! Blondie Mustermann, Mustermannstrasse 34, 9999 Musterstadt“ – „Nein, hab ich nicht. Aber meine Mutter. Moment, ich frage sie.“ – „Mama, i brauch dei Kontonumma. Duat wiad des Göd hi übawiesn!

Ich denk mir, jetzt wäre Aufklärung angesagt. Doch der akurat gepflegte Schnauzbart ist schneller. „Gnädige Frau sie sollten das nicht machen. Das ist reine Abzocke. Sie werden dieses Geld nie sehen. Dafür bin ich mir sicher dass dann Geld von ihrem Konto abgebu…

Der Studienrat ist noch gar nicht fertig, da fährt ihm Blondie-Alt verbal mit dem Arsch ins Gesicht: „Des geht ina an Scheißdreck aun. [Was würde jetzt der Thronfolger sagen?] Kimman sa se um ihnan eiganen Dreck. Da Neid is a Hund, göö?

Blondie-Alt zückt die Kontokarte, Blondie-Jung gibt die Kontonummer bekannt. „Wie lange wird das dauern?“ – „Aha. So lange? Na ja, macht nichts. Welches Preisausschreiben habe ich eigentlich gewonnen?“ – „Aha, aus Datenschutzgründen nicht sagen? Ist eh egal. Ich freu mich trotzdem.

Die Moral von dieser Gschicht?

Doofe Blondies gibt es nicht.

Freitag, 21. Januar 2011

Q301: Gebrauchsanweisungen sind überbewertet

Vorgestern hab ich beim WII-Tennis die 1900er Schallmauer durchbrochen*. Bei 2000 ist Ende der Fahnenstange. Nachdem ich mir vorgenommen habe 2011 mehr Sport zu machen – neben Boxen (Q299) – habe ich den Weihnachtsurlaub genutzt mein Tennis-Handicap zu verringern. Will heißen: Punkte sammeln.
















Mein Spiel am Netz gleicht jetzt dem einer Gummiwand. An mir kommt nichts vorbei, und alles kommt präzise zurück. Links – Rechts – Links – Rechts – Rechts (Ha, deppata Computer. Gegen die Laufrichtung spielen kennt er nicht! Er hat halt kein Stammhirn!)

Wie ich beim Aufschlag den Fastball zusammen bekomme habe ich auch schon drauf. Einfach den Ball am höchsten Punkt treffen. Kawumm, wie einst Roscoe Tanner. Ein bissal googln und der Hinweis war gefunden. Dafür lese ich sicher keine Gebrauchsanweisung, so wie KillBill vorgeschlagen hat.

Gebrauchsanweisung lesen? Männer lesen diese unnötigen Papierfetzn nicht. Wir bringen die Dinge auch so zum laufen. Wir fragen auch nicht nach dem Weg. Wir finden auch so hin! Wir sind fleischgewordene NAVIs. „Nein Schatz, nicht diese Ausfahrt. Wir müssen die Nächste raus, oder die Nächste! Oder sind wir doch schon vorbei! Ein Umweg macht auch nichts, ich habe eh voll getankt!

Seit Jahren können wir zu Hause mit unserem Festplatten-Recorder nur das aktuelle Programm aufnehmen. „Schatz das geht mit dem Recorder nicht anders. Glaube mir!

Seit gestern können wir es doch.

Meine Frau hat nämlich ein Systemupdate vorgenommen. Sie hat Seite 3 der Bedienungsanleitung aufgeschlagen, den Verkabelungsplan studiert und dann irgendwas umgesteckt!

Jetzt können wir am ZDF Inspektor Barnaby anschauen während der Recorder am ARD das aktuelle Sportstudio aufzeichnet.

Ich liebe meine Frau.

Und sie mich sicher auch.

*Was mir aber beim gestrigen „Doppelt oder Nix“ mit FRAFU nix gebracht hat. Im wahrsten Sinne des Wortes. Statt 32 Lebeknödelsuppen gewonnen, eben 16 verloren. Ich hätte mir die 16 bereits gewonnen auszahlen lassen sollen. Jetzt weiß ich woher meine Tochter das hat (Q218).

Donnerstag, 20. Januar 2011

Q300: Mitarbeitermotivation, mal anders

Seit Dienstag (Q298) habe ich ja einen neuen Kollegen im Testautomationsprojekt.Tacko (Serbisch, das Pünktchen, 4 Jahre, Parson Jack Russel Terrier). Heute war Mitarbeitermotivation angesagt.

Mittwoch, 19. Januar 2011

Q299: „Steirabluad is ka Nudlsuppn“ oder „Warum ich Michael J. Fox hasse“

Letzten Sonntag, Crunchtime (Q297). Ich verpass den Kick-Off. Das BatMobil springt nicht an, die BatBatterie hat das Zeitliche gesegnet. Muss auf den SilverPfeil (aka Renault Scenic, Familienauto) umsteigen. Viertel nach Neunzehnhundert betrete ich die Championsbar. Dr. Jones und der Chauffeur sind bereits in Polonaisestimmung. Die Kojoten haben schon vorgebrannt. Ready to rumble. 

Aufgespießte Mini-Burger, Maxi-Burger, Pommes ein Zwickl und eine Flasche Rot-Wein beherrschen den Tisch. Meinen Fingerzeig auf die Flasche entgegnet der Taxler mit: „Waor heid beim Heirigen – waun i jetzt a Bia tringg daun drahts mi zaum!“ – „Woos is mitn aunehma (Q297)?“ – „Bin voi dabei, letzte Wochn kan Alkohol de Wochn kan Spuart! Voi im Plan.

Ein Blick durch die Bar bestätigt das erwartete: Männerüberschuss. Die traditionelle Kicker-Rangliste weist keine vom Typ „Weltklasse“ auf, nicht einmal „Internationale Klasse“ dabei. Na vielleicht später.

Wir läuten Runde 2 mit Millers ein, da steht plötzlich Wagman am Tisch und grinst: „Grias eich, es Pfeiffn. Woats es scho imma so schiach? Long nimma gseng!“ Recht hat er der Schwitzer. Seit sich eine Frau seiner erbarmt hat macht er nur mehr auf Romeo und Julia. Verlässt das Heim nur mehr um arbeiten zu gehen, den Einkauf zu erledigen oder den Mistkübel runter tragen. Sofort tritt er mir verbal in die Eier: „He Zweagenkenig, woast auf Bjutiualaub in Ungaan und host die streckn lossn? I hob gwusst daas da Harry blad is, oba dast du a scho so a Fettsogg bist. Meina Söö!

Die Bloodhound-Gang mustert den Frischling. Die Spannung steigt. Welcher der Köter pisst ihn als erster ans Bein? Es ist Dr. Jones der den Tiefschlag gegen das Alphatier rächt: „Woos mochst du do? Is Lädneidschopping beim Hofer oder die lange Nacht der Mülldeponien, dast wegga deafst von daham?Late-Night-Shopping beim Hofer? Baueeeehhh, das zieht. Sogar der Nachbartisch klatscht uns High-Five-mäßig ab. Wagman kann gerade mal die Tränen zurück halten. Er darf sich trotzdem zu uns setzen.

Nachdem der Frauenversteher bisher alle Altherrenmeetings (Q292) ausgelassen hat („Hob mein Schatzii vaschprochn dass …“), haben wir ihm ja den Mitgliedsausweis entzogen. Anscheinend will er jetzt den begehrten Lappen wieder haben.

Nach einer halben Ewigkeit in der wir Wagman verbal durch die Hölle schicken ist alles wieder gut und der Hetero darf die nächste Runde zahlen. Scheinbar hat er ein Blasenproblem. Der läuft alle 10 Minuten auf die DoppelNull. Hat der ein Zwergenblase oder verschickt der Liebes-SMS vom Keramiksessel?

Wagman bestellt gerade sein x-tes Millers da bring ich die Kugel ins Rollen. „He Derrick-Assistent, wie schauts aus? I geh boggsn, gehst mit?“ Der Chauffeur ist sofort Feuer und Flamme. „Bin dabei, des woid i eh scho imma tuan! Bissal Schparring, bissal Schpringschnuaschpringa.

Der Archäologe will partizipieren: „Nehmts mit mid?“ - „Di mitnehma? Oida, bitte. Tschouns, des is waus füa Männa. Du spü weida im Saundkosten und tua Stana suachn!“ Was folgt ist eine DDoS-Attacke auf unseren Stirnlappen. Der quatscht 5 Minuten ununterbrochen auf uns ein. Wir ignorieren ihn und stellen die Kicker-Rangliste der anwesenden Hennen auf. Die Thekenschlampe ist inzwischen auf Platz zwei gerutscht. Die neue Nummer 1 bekommt von mir ein „Weltklasse“, der Chauffeur sieht sie nur im „erweiterten Kreis“, Wagman votet nicht mit weil er eine moralische Verpflichtung gegenüber seinem Schatz hat. Dr. Jones, normalerweise der Erste der die Wertungstafeln in die Höhe hält, macht auf beleidigt.

Nachdem unzählige „Nehmts mi mit?“-Versuche an unseren Stirnlappen abprallen, und auch Einschleimerei in Form von Gratis-Millers nichts hilft, greift Jones zum Schweizermesser in Sachen „I am the greatest!“ und lässt einen McFly vom Stapel.

Scheinboa bist a feige Sau (aka McFly) und traust die net. Host Aungst das di ana beim schparring paniert?“ Das gibt’s net. Es geht immer nur darum wer der Stärkste ist, wer der Schnellste ist, wer der Mutigste ist, wer den Größten hat. Dr. Jones weiß das es nur einen gibt. Trotzdem tut er das.

Gerade Jones der sich beim Fischputzen das Kreuz verreißt. Mit: „Tschounes, ka Problem. Mit dia schparr i jeda Zeit!“, nehme ich den McFly an. 

Haund drauf. 5 Runden, á 3 Minutn, mit Kopfschutz!“, bellt der Archäologe über den Tisch, „unendliche Schmeazn wiast hom!“ Wir reichen uns die Pranken und besiegeln den Wettkampf mit einer Wertung für die Nummer 1: „Schiache Nosn, maximal im Blickfeld“. Der Chauffeur erklärt sich bereit in meiner Ecke mit dem Handtuch zu wachln. Sofort werden die Rollen verteilt. Ich bin Rocky Balboa, Jones ist Ivan Drago.

Die nächsten zehn Minuten referiert Jones über Führhand, Schlaghand, Upper-Cut, Jab, Leberhaken und kurze Rippen. Außerdem erfahren wir dass er in seiner Jugend steirischer Vizemeister in der Klasse bis 71kg war. Steirischer Vizemeister! Could you imagine? Steirischer Vizemeister.

Während Dr. Jones Schritt- und Schlagkombinationen am Tresen performed, verfluche ich den Typen der das Drehbuch zu „Zurück in die Zukunft“ geschrieben und den McFly geschaffen hat.

Außerdem überlege ich mir wie ich aus dieser Scheiße wieder raus komm. Aber das wird eine andere Geschichte.

Dienstag, 18. Januar 2011

Q298: Bin ich auf den Hund gekommen?

Für das Testautomations-Projekt habe ich temporär einen neuen Kollegen bekommen. Den erste Arbeitstag hat er damit verbracht seinen Arbeitsplatz zu inspizieren. Früher hat man wenigstens Studenten dafür bekommen, ich bekomme einen 2 jährigen Rüden. Ich scheiß drauf!

Wer bitte liest solche Bücher?


Ah, das neue Javamagazin
Ah, 22 Zoll Bildschirm...

Dienstag, 11. Januar 2011

Q297: „Geht Bruce Willis nordic walken?“ oder „Wann ist ein Mann ein Mann?“

Anfang Jänner ist seit Jahren Crunchtime angesagt. D.h., American Football – NFL Play-Offs. Pflichttermin für richtige Männer. Für richtige Männer? Später dazu mehr.

Pflichttermin heißt Champions Sportsbar im Mariott, Play-Offs live auf ESPN schauen, Burger und Bier. Letzten Sonntag 19:00 Uhr. Dr. Jones, Harry-hol-schon-mal-den-Wagen (aka der Chauffeur) und ich sind verabredet. Chrunchen statt Brunchen. Da ist Pünktlichkeit oberstes Gebot. Wer zu spät kommt und den Kick-Off versäumt hat die Arschkarte und muss zahlen. Bei uns geht’s dauernd nur um die Verteilung von Arschkarten. 

Bereits um 18:15 geht’s los. SMS vom Chauffeur: „Sind schon da und heizen die Stimmung an!“ Was heißt sind schon da? Kurzer Recheck per SMS: „Ich dachte du fährst den Wagen vor und holst mich ab?“ Antwort: „Nur wenn Derrick in deinem Dienstausweis steht! Bauehh…“ Scheiß Beamten. Na gut, ab ins Batmobil und Gotham-City im Nebel Richtung Wien verlassen.

Um 18:59 betrete ich die Sportsbar. Preußische Pickelhaube lässt grüßen. Die Kleinkinder bleiben heute zu Hause. Weil im Gegensatz zum Altherren-Frühstück (Q292), geht’s bei der Crunchtime um Football schauen und blöd reden. Außerdem gibt’s keine Hasen in der Sportsbar, mal abgesehen von denen, die man sich schön saufen muss. Also die Schönheiten auf den zweiten Blick.

Erste Amtshandlung: Kurzer Check der Mannschaftsaufstellung. Dr. Jones und der Chauffeur sind da. Wagman hat eine Tupperware-Party und muss auf das Bügelbrett aufpassen, beim Rapidler ist der Geburtstermin von Baby Nr. 2 angesagt. D.h. beim nächsten Altherren-Frühstück kann der Grüne in die Vollen greifen. Dieser Pharisäer!  

Dr. Jones sitzt bei Bier und Nachos, der Chauffeur bei Soda-Zitron und Puffreis. „Scheiße, hob hundat-tswansgg Kilo, bin auf Dieet! Net deppat redn!“ Ned deppat redn? Das ist wie: „Denken sie nicht an den grünen Frosch!“, woran denkt man dann. Richtig. An den grünen Frosch.

Diät? Issa deppat? Chrunchen heißt Burger und Bier, Nachos und Bier, Taccos und Bier. Und zum abrunden gibt’s es Pfannkuchen mit Ahornsirup. 17500 Kalorien, mit der Diät kann er nach dem Super-Bowl anfangen. Ich starte mit Burger und Bier und hebe mir das deppat reden für später auf.  

Das Spiel ist ziemlich Einseitig und das NFL-Quiz in den Werbepausen gibt auch nichts her. Dr. Jones checkt via iPhone das WWW und wir spielen unser eigenes Quiz. Zeit zum deppat reden und um Salz in die Wunden zu streuen.

He, Grossa. Wia wüst denn aunehma!“

„Nau jau. Spuart, kaan Alkohol und weniga Essn! Mitn Alkohol faung i aun, in Fahse zwei kummt daun Spuart draun!“ 

„Spuart, schää. Wöcha Spuart?“  

„Nau jau. Radln, Tschoggn und Wokn."

Walken? Hat der walken gesagt? Ich verschluck mich und spuck den halben Burger über den Tisch. Ich verdreh die Augen und warte drauf das Dr. Jones mich beim deppat reden unterstützt.  Und was sagt der? „Woos schaust so deppat. Wokn geht gaunz schä eine. Des glaubt ma goa net!“ Der sagt das mit einer Inbrunst dass es mir kalt den Rücken runter läuft.

Waaaaas? Das geht ganz schön rein? Ist dem beim Sandspielen die Grabplatte vom Pharao auf den Schädel gefallen? Walken geht rein? Anstellen bei der Billa-Kasse geht rein. Was ist mit Zähneputzen und Eiswürfeln machen? Das geht dann auch rein. Aber walken? Das Spazierengehen mit schleifenden Skistöcken?

Das Gehen mit Stöcken wurde angeblich erfunden weil bei einem großen Skihersteller das Skilager abgebrannt ist und die dann nicht wussten was sie mit den unnötigen Steckerln anfangen sollten. Da hat die Marketingabteilung gute Arbeit geleistet.

Die nächsten Stunden werden die zwei verbal geteert und gefedert. Die werden nie mehr das Wort mit „w“ erwähnen. Herbert Grönemayer fällt mir ein. „Wann ist ein Mann ein Mann?

Bitte, kann sich jemand vorstellen wie Bruce Willis und Silvester Stallon mit Stöcken durch den Central Park schlürfen? Oder wie Mister T im Sportgeschäft die Gehstöcke kauft? „Hey der Stecken liegt gut in der Hand. Kann ich damit auch einen Diktator zu Tode kitzeln?Also, wann ist ein Mann ein Mann?

Das W-Thema ist Schnee von gestern als drei Schönheiten auf den ersten Blick die Sportsbar betreten. Der Chauffeur zieht den Bauch ein, Dr. Jones kämmt sich den Scheitel, ich setz mich ordentlich hin damit ich wie 1,80m wirke. Scheiße, keiner von uns hat einen gefüllten Kinderwagen dabei (Q292).

Wir spielen sofort Jury. „90 – 65 – 90“ – „Schwochsinn, mindestns 105, kane Fünfazwanzgg“ – „Schänee blaue Augn!

Drei Minuten später tauchen die Bodyguards der Schönheiten auf und es heißt Game-Over. Der Chauffeur lässt sofort Bauch Bauch sein, Dr. Jones scheißt auf seinen Scheitel und ich schrumpf gleich wieder auf 1,69m.

So sind Männer halt. Egal ob sie mit Stöcken durch den Prater schlendern oder nicht.

Sonntag, 9. Januar 2011

Q296: Bin im Urlaub...

... und habe vergessen Out-Of-Office-Auto-Reply einzuschalten.

Melde mich wieder am 13.1.2011 mit meiner Naujahrsansprache zu Lage der Q-Nation.

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Q295: Mach platz für Neues

Ich liebes es zwischen Weihnachten und Neujahr zu arbeiten. Da stört dich keiner bei der Arbeit, da ist tote Hose an der Scrum-Tafel. Keine gelben Zettel umhängen. Da lassen die Pigs die Finger von Betsy.

Im Technical Operations Department halten zwei Doozers Wache falls unsere Systeme Infrastructuremäßig den Geist aufgeben. Zwei, damit einer allein nicht Depressionen bekommt.

Im Development steht KillBill Stock bei Fuß bereit, falls die Doozers Applikationsmäßig den Geist aufgeben. Falls KillBill Irgendwasmäßig den Geist aufgibt stehe ich bereit um den Bären zu fragen oder um ein Flugticket nach Kiribati zu kaufen und Fersengeld zu geben.

Jetzt hab ich endlich Zeit die ganzen ToDo’s die in Form von gelben Zetteln, Outlook-Todos oder Schmierzetteln bei mir herumliegen, wegzuarbeiten. IKEA würde sagen: „Mach Platz für Neues!“ und den ganzen Ramsch beim Fenster raus werfen.

















Der ganzen Ramsch der sich über das Jahr ansammelt, aber doch nie so richtig an die erste Stelle gerückt ist, gewinnt jetzt an Bedeutung.
  • „He Q., erkundige dich mal bei uTest was CrowdTesting kostet!“
  • „He Q., besorge doch mal ein Angebot für einen Requirements Workshop für die Pigs!“ 
  • „He Q., ich brauche demnächst mal eine Testumgebung für FireFox 4 Beta und IE 9 Beta. Haben wir irgendwo auch einen IE 6?“
Wie steht es so schön im Bestseller „Simplify your Life“: „Gehe nicht mit Altlasten ins neue Jahr!

Also, ein Bestseller ist nicht ohne Grund ein Bestseller.

Die ersten 9 „He Q.,“ sind schnell weggearbeitet. Irgendwelche ToDo’s die sich schon vor langer Zeit von selbst erledigt haben und nach denen dann eh keiner der Auftraggeber mehr schreit. In den meisten Fällen war ich der Auftraggeber.

Merksatz:

Du must nur lange genug am Fluss sitzen, irgendwann schwimmt dein Feind … ähhhhh … Todo vorbei. 

Friedrich der III., aka Papa von Maximilian dem letzten Ritter, war so ein Aussitzer. Der alte Habsburger hat sogar Kriege ausgesessen.

Die weiteren „He Q.“ sind um 15:15 Uhr Schnee von Gestern. D.h. Zeit den Abend zu feiern. Will heißen: „Feierabend machen! After Work Party geht los!“

Ich hol mein After-Work-Party Ticket aus der obersten Schreibtischlade und entdecke einen ganz wichtigen „He Q., ich brauche ASAP mal…“-Post It.

Hmmmmmmmm! ASAP? As soon as possible ist keine testbare Anforderung und daher Ansichtssache.

OK, soon ist dann eben morgen. Morgen ist ja auch noch ein Tag im alten Jahr.

Sonntag, 26. Dezember 2010

Q294: Was für ein Schritt für die Schweinheit

Beim Geburtstagsfestl unserer Firma (Q263) hatte ich zum erstenmal Kontakt zu LeserInnen meines Blogs über die ich noch nie geschrieben habe. So zu sagen Fans.

Neu für mich war der Umstand dass mich Leute auf mein Blog anreden, die ich nicht persönlich kenne. Leichter Stolz kommt in mir auf. Zur Buchmesse komme ich sicher nicht und eine Staatsdebatte wie der Sarrazin löse ich auch nicht aus, aber für 35 verkaufte Stück hat es gereicht. 20 Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen haben das Buch gekauft und 15 Unbekannte. 15 Unbekannte!

„Hi-i-am-the-Releasemanager“ würde sagen: „Could you imagine? Fifteen Books!

Ich bin also gerade am Weg zu meinem 7. Glas Apfelsaft, da höre ich ein: „Ich steh auf dein Blog. Wie ich das erste mal auf dein Blog aufmerksam wurde habe ich an die 100 Postings in einem Flutsch gelesen, so angetan war ich davon. Bis um 4 Uhr in der Früh hab ich gelesen. War hart aber es hat sich ausgezahlt! Die Nicknames sind so passend gewählt. Und die Eigenheiten der einzelnen treffend heraus gearbeitet. KillBill wenn sie auf die sprachliche Genauigkeit achtet. Oder Düsentrieb wenn er Hirnwichst über Festplattenzugriffszeiten  und der MIG-Pilot wenn er seinen PC repariert. Zum brüllen!

Scheiße ich kenn den Typ nicht, woher weiß der soviel über die Firma? Soviel Internes steht ja da gar nicht drinnen. Ich versuche eh immer nicht zu viel auszuplaudern. Sicher, durch ein bissal investigative Anstrengung findest du über Twitter, Facebook, Xing und Co zu mir. So zu sagen Rasterfahndung im Social Media Bereich. Das ist beabsichtigt so. Leute die den Typ hinter Q.WhatElse finden wollen, finden ihn. Aber sie müssen sich ein wenig anstrengen. Umsonst gibt es nichts.

Ein Blick auf sein Namensschild schafft Klarheit. Andi P., einst Entwickler in den heiligen Fraggleshallen. Beim Abschied aus der Firma hat er damals jeden Fraggle einen kleinen Plüschbären geschenkt. Das ist der Bär mit dem ein Entwickler reden kann wenn er sich beim Denken im Kreis dreht, sein Code-Kata ihn zur Weißglut treibt oder einfach nur die Codingblindheit zugeschlagen hat. Ein Gespräch mit dem Bären reicht und schon sind die Gehirngänge wieder auf Reihe.

Ich war schon immer ziemlich neidig weil ich nicht so einen Bären habe und ich mich an den Elch meines Sohnes oder ein Plastiksackerl halten muss. A., der natürlich sorgfältig mein Blog liest, weiß das (Q79). Und was macht der?

Der greift in die Hosentasche zieht den letzten Bären der damals gekauften Serie heraus. „Da, das ist der letzte Bär. Ich habe ihn für mich gekauft, aber ich denke bei dir ist er besser aufgehoben! Ich schenke ihn dir!

Wowww, ein Originalbär, was für ein Tag, was für ein Schritt für die Schweinheit. 2008 als Chicken eingestellt das beim Daily Scrum nur zuhören durfte, bin ich jetzt ein vollwertiges Fraggles-Schwein. Mein Arbeitsplatz, mein Notebook, mein Bär.

Das Leben kann so schön sein.

Dienstag, 21. Dezember 2010

Q293: Sogar Betsy hat einen

Letzte Woche durfte ich endlich wieder in die Test-Vollen greifen. Musste schauen was Canoo-Webtest kann. Das ist ein Open-Source-Testtool mit dem HTTP-Requests getestet werden können. FRAFU, unser Security-Development-Oberschwein, braucht das. Die Verarbeitung und Überprüfung der Requests werden von Webtest über ANT-Tasks gesteuert, also ideal für Tests im Zuge von Contignous Integration.

Ich hab das Tool schon seit langem auf meiner Workstation  installiert weil ich es für das Testautomations-Projekt evaluiert habe. Ich horch mir also die Anforderung von FRAFU an und dann kann es los gehen.

Ohne viel Federlesen nehme ich ein bestehendes Test-Script, ändere den Namen, hau ein paar Testschritte raus weil ich die nicht brauch. Zumindest nicht auf den ersten Blick. Zuerst einmal das Grundlegendste: Verbindung zur URL aufbauen.

Eh klar, der Connect funktioniert nicht. Fehlermeldung:

Can’t connect!

Wieso nicht? Das hat doch schon alles funktioniert. Na gut, husch pfusch bringt’s net. Wie sagte so schön der Opa immer: „Ned huddln, vom huddln kumman de Kinda!

Na gut Opa, machen wir es ordentlich. Lege neues Verzeichnis an, kopier die Files hinüber und editieren weiter drauf los.

Die Logdatei meldet dass ich vorher einen INVOKE machen muss. Ein Blick und es ist klar. Doofi. Beim Testschritt optimieren habe ich natürlich den wichtigsten wegoptimiert. Ok, nichts leichter als das. Invoke einbauen, Script noch einmal starten, fast gleiche Fehlermeldung.

No Invoke found!

OK. Was heißt „No Invoke found!“, ich habe invoked. Schaust du her da.









Vielleicht die Änderungen nicht gespeichert? Speichern, Neustart, wieder kein Treffer. Irgendwie stinkt das Ganze. Vielleicht habe ich nicht fest genug den SAVE-Button gedrückt. Lege all meine Kraft in das Drücken des SAVE-Buttons. Die Maus in meiner rechten Hand quitscht wie ein Echte.

Script noch mal starten. Und? Scheiße, es meckert schon wieder das kein Invoke statt findet. Deppates Script, deppates. Es will mich ärgern. In Zeile 14 mach ich den Invoke auf die notwendige URL. Vollkoffer-Tool.

Nachdem ich mich jetzt schon länger als 15 Minuten mit der Fehlersuche beschäftige, und im Prinzip nur mehr blanker Aktionismus herrscht, erzähle ich einfach dem Bären (Q79) meinen Kummer. Seit unserer 10-Jahres Feier hab ich ja auch so einen Plüsch-Seelsorger.

Ja, richtig gelesen. Ich bin in der Rangordnung aufgestiegen. Ich bin ein vollständiges Development-Schwein, eine Coding-Sau. Ein Plüschbär ist wie ein Ritterschlag. Wie ich zu Ritterschlag ... äähh ... dem Bären gekommen bin – es ist ein original Bär - erzähle ich ein anderes mal.

Nur soviel: Glory Hunter, unser lebender Remedy-Adapter und unser Apachenhäuptling aus Südschweden haben keinen Bären. Nicht einmal einen falschen. Sogar Betsy, unsere SCRUM-Tafel, hat so einen stummen Gesprächspartner in Form einer Plüsch-Sau. Soviel zur Rangordnung.  

Ich nehme also den Bären und erzähle ihm meinen Kummer.

Horch zu alter Schwede. Ich habe in einem bestehenden Verzeichnis Files angelegt. Diese dann geöffnet und editiert. Dann starte ich diese und bekomme eine Fehlermeldung.

Aus Gründen der Übersichtlichkeit erstelle ich dann doch ein neues Verzeichnis, kopier die Files dort hin und editiere sie dort. Da mach ich alles richtig, also so wie es im Tutorial steht.

Dann starte ich wieder die Files aus dem alten Verzeichnis und …

… altes Verzeichnis?



Ah, Scheiße. Ich Idiot. Ich bearbeite die Files aus dem neuen Verzeichnis, starte aber die aus dem alten! Klar dass mein Invoke nicht klappt…

Bin ich froh dass ich eine pelzige Kummernummer hab die ich anrufen kann.

Sonntag, 19. Dezember 2010

Q292: Wer zu spät kommt den bestraft das Leben! Wer zu früh kommt auch!

Gestern war wieder Altmänner-Frühschoppen angesagt. Dr. Jones der alte Archäologe hat zum XMAS-Frühstück in unser Frühstücks-Stammcafe geladen. Wagman und der Liebling aller Schwiegermütter (Q49) sind nicht dabei. Jetzt wo sich Mädels für sie erbarmt haben gibt’s natürlich nur mehr die Pantoffelabteilung. Arme Schweine. Dürfen das Haus nur mehr mit dem Mistkübel oder dem Einkaufskorb in der Hand verlassen.

Für Big-Harry-hol-schon-mal-den-Wagen und mich ist die Veranstaltung ein Musstermin. Derricks Chauffeur sitzt schon am Tisch und brät die anwesenden Bodenstewardessen an. Obwohl gestern Weihnachtsfeier angesagt war, ist er voll im Saft. „Die Starkstromabteilung war gestern nicht dabei, daher ein Nullsummenspiel!

Mein „Was gibt es neues?“ beantwortet der Erzviolette mit: „Haha, hob kwett das de Austria nooch 18 Spü fuur den greannen Wappler stengan. Da schiache Grüne is ma a Kistn Rotwein schüdig!“ Das folgende „Da Archäologe kummt späta!“ bedeutet dass wir Frühstück ordern. Wer zu spät kommt den bestraft das Leben!  Wer zu früh kommt auch!

Mit 30 Minuten Verspätung kurvt der Archäologe ums Eck. Der Sandschaufler fährt das volle Anbagger-Programm. Er schiebt den Kinderwagen mit seiner Tochter ins Lokal und zeigt  die Kleine her wie Vettel den Pokal nach der Weltmeisterschaft.

Und das wirkt. Der Chauffeur und ich, bis jetzt gut ihm Rennen, haben sofort die Arschkarte und werden in die zweite Reihe zurück versetzt. Die Mädels vom bedienenden Personal himmeln den in die Jahre gekommenen Jungpapa sofort an. Big-Harry und ich kochen innerlich. Das ist Wettbewerbsverzerrung!

Ich will sofort am Glamour teilhaben, nehme die Kleine rauf und mach „Wulli, wulli, kille, kille“ und das ganze Reportoir. Die Bodenstewardessen goutieren dass mit Herzln in den Augen.

Die Kleine in meinem Arm denkt sich das Gegenteil und fängt zum Brüllen an. Schnell übergebe ich das Staffelholz dem Papa. Die blöde Wuchtl vom Chauffeur wird bestraft mit einem Sta-Scheissa-Koarl (Q49) und einem High-Five zwischen mir und Dr. Jones. Muahhhaaaa.

Dr. Jones isst immer das gleiche (Ham and Eggs aus 3 Eiern) und trotzdem studiert er 15 Minuten die Speisekarte. „Wissen sie was sie bekommen?“ – „Nein, ich muss noch schauen!“ - „Wissen sie was sie bekommen?“ – „Nein, ich muss noch schauen!“ - „Wissen sie was sie bekommen?“ – „Nein, ich muss noch schauen!“ - „Wissen sie was sie bekommen?“ – „Nein, ich muss noch schauen!

Mein Vorschlag, im Juli an den Hamburg-Kiez-CrossGolf-Open die Burlingtons hochzuhalten, wird mit einem kurzem aber vehementen „Ka Zeit“ vom Tisch gewischt. „Im Juli bin i drei Wochen Mountain Biken in da Mongolei!“. Bei sportlichen Veranstaltungen macht Dr. Jones keine Witze. Der fährt wirklich im Sommer 3 Woche in der Steppe herum.

Der Archäologe fragt nach dem Befinden von Graf Krolock und Lightning McQueen (Q290) und ich erzähle die Geschichte dass es mich um 03:00 Uhr in der Früh „auf die Goschn kaut hod“ wie ich wieder mal das Stachelschwein einfangen musste. Die Feststellung dass dieses ein leichtes sei – weil ich zu 90% aus Goschn besteh - bringt auch die anwesende Bodenstewardess zum lachen.  

Nach 90 Minuten erklären wir die Veranstaltung für beendet. Wir vereinbaren noch den nächsten Termin: „NFL – Playoffs sind in drei Wochen. Erstes Wildcardgame, Kick Off im Mariott in der Sportsbar. Der Chauffeur reserviert den Tisch! Schau ma mal ob Wagman für 3 Stunden den Mistkübel runter tragen darf.“

Beim verlassen des Lokales quatscht mich die eine Bodenstewardess an: „Ihr zwei seid so lieb mit eurer Kleinen. Ich finde es mutig das ihr euch outet!

Wir uns outen? Was die Tante wohl meint?

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Q291: SAS70 ist tot, es lebe ISAE3402

Gestern hat BigBoss zum SAS70-Projektabschluss geladen. Ich durfte die Location aussuchen, BigBoss durfte zahlen. Glück das die Zu-spät-zum-Meeting-Regel wegen des Schneegestöbers außer Kraft gesetzt war. Wie auch immer, nach Kebab und Baklava war es um 21:15 soweit.

Nach 322 Tagen hat der Projektauftraggeber, aka BigBoss, das Projekt offiziell für beendet erklärt und die Projektorganisation aufgelöst. D.h. die Prozessmanager sind jetzt auf sich alleine gestellt weil es kein Projekt mehr gibt. Kein Projekt bedeutet: Es gibt keinen Projektmanager mehr der die Prozess Manager verhätschelt. Nicht verhätscheln bedeutet: Jetzt ist Regelbetrieb angesagt.

Blöde Wuchteln in meine Richtung: „Jetzt hast 6 Monate Zeit ISAE3402 einzuführen!“ konnte ich somit entgegnen mit: „Nö Jungs. IHR, die Prozessmanager habt jetzt 6 Monate Zeit, EURE Controls ISAE3402-tauglich zu machen!

Heute habe ich dann die Vorkehrungen getroffen damit das interne Control System in den Regelbetrieb übergehen kann. Wie das geht? Eine Standard Operating Procedure geschrieben, ins Wiki gestellt und morgen von BigBoss aka dem CIO aka dem Compliance Manager verabschieden lassen.

Und hinter mir die Sinnflut, weil „Inspektor … ähhh Projektmanager gibt’s kaan!

Montag, 13. Dezember 2010

Q290: Mit Mick Jagger in der Muckibude

Seit 10 Tagen haben wir ein Haustier. Also besser gesagt einen Waschbären. Das dachte ich zu mindestens als ich das Ding um Mitternacht über unsere Terrasse jagte. Schlussendlich entpuppte sich der Waschbär als ein Igel der den Winterschlaf verpasst hat.

Seitdem hat es sich Lighning McQueen – der Thronfolger hat ihn so getauft -  im Heizungskeller gemütlich gemacht. Ich habe ihm natürlich gleich eine Igelburg gebaut die seines gleichen sucht. Mit Schlafhaus, Wohnzimmer, Essbereich, Bar, Bad und WC. Das Schlafhaus hat er sofort gefunden, den Essbereich und die Bar auch. Beim Bad und WC hapert es noch, aber das kommt schon noch. Jetzt teile ich halt meine Muckibude mit Lighning McQueen. Wenn ich am Ergobike sitze dann spielt er Mick Jagger und verwüstet sein Schlafhaus.

Heute Abend war ich mit meinem stacheligen Freund beim Tierarzt und vergaß die Kellertüre zu schließen. Beim nach Hause kommen gab es dann eine Überraschung. Die Muckibude hat sich wohl als Überwinterungs-Geheimtip im Tierreich herum gesprochen.

Statt einen Igel habe ich jetzt… falsch geraten … nicht zwei Igel. Nein. Jetzt hab ich auch noch eine Maus. Nicht aber irgendeine Maus. Nein, jetzt hab ich einen Flattermann der in der Muckibude kopfüber von der Decke hängt und von mir Graf von Krolock getauft wurde. Was ist aber wenn der Graf noch nicht Winterschlaf hält und in der Nacht raus will?

Ich dachte ich baue einfach eine Hundetür in die Eingangstür. So könnte er selbst entscheiden ob er rein oder raus will. 

Meine Frau hält dass für keine gute Idee. Warum wohl?

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Q289: Tentative gilt nicht

Projektabschluss. Was sich so einfach anhört ist nicht immer so wie es sich anhört. Also seit nun mehr als einem Monat ist das Projektziel meines SAS70-Projekts erreicht: Wir haben einen SAS70-Report Typ II ohne Abweichung.

PMA-mäßig voll korrekt gehört das Projekt jetzt offiziell abgeschlossen. So mit Lessons Learned ausarbeiten, Folgeaktivitäten beschließen, Sekt trinken, Projektteam auflösen und bla bla bla bla bla bla bla bla.

Im Prinzip eh ganz leicht. Eh ganz leicht? Wenn ich diese Wortkombination schon höre. Eh ganz leicht.

Das Problem ist dass die Projektmitglieder schon voll in den nächsten Projekten versenkt sind. Und jetzt versuch einmal alle Teammitglieder zu einem Termin zu verhaften! Der geneigte Blogleser wird jetzt sagen: "Na und. Eh ganz leicht. Einfach mit dem firmenweiten Kollaborationstool einen Termin organisieren und die Sache hat sich."

Eh ganz leicht? Wenn ich dieses Bull-Shit-Bingo-Wort noch einmal verwende dann hau ich mir selbst eine Fotzn runter. Wo waren wir stehen geblieben? Ah ja, Termin vereinbaren. Der Projektmanager macht also das firmenweite Kollaborationstools auf, checkt die Verfügbarkeit der Teammitglieder (einer hat überhaupt keine Termine, einer hat alles voller Termine, einer lässt sich nicht in die Karten schauen uvm), verschickt einen Termin an dem laut Kollaborationstool alle verfügbar sind und wartet dann auf zusagen und absagen. Vielleicht zusagen (Tentative) gilt nicht, trotzdem verwenden das die Leute. Schon ein Meeting organisiert an dem alle „vielleicht“ Zeit haben? Natürlich alles rechtzeitig damit man darauf reagieren kann. Eh ganz leicht.

Eh ganz leicht? Da war doch was? Kaaaawummmm!

Wahhhhhhh!!!!!, die Brille hätte ich vorher noch abnehmen sollen!

Dienstag, 7. Dezember 2010

Q288: Vorbereitungen fürs Weihnachts-Bootcamp

Für mein Weihnachts-Bootcamp in Sachen „Irgend-etwas-neues-zum-Thema-testen-lernen“ habe ich mir Literatur in Form eines  eBooks  gekauft. Selenium Simplified – A tutorial guide to using the Selenium API in Java with JUnit, heißt das Ding. Feiner Stoff. Das Ganze aus Eclipse heraus, da kommt Freude auf.

Selenium-Remote-Control, Eclipse, jUnit und Java-SDK müssen  installiert werden. Das benötigt Platz. Viel Platz. Daher habe ich auf meinem Netbook aufgeräumt. Nachdem ich Office 2003 und 2007 installiert habe, ich aber 2007 nicht verwende (wer braucht diese Usability-Missgeburt?),  hat die 2007er Version dran glauben müssen. 

Kein Problem. Deinstaller anwerfen und Office 2007 war weg wie der Blitz. Leider war das auch der Garaus für die 2003er-Version. Scheinbar haben die Versionen sich Files geteilt.  OK, kein Problem. 2003-Installation-CD ins Laufwerk und los geht‘s.  Aber genau 17 Sekunden lang. Dann kommt nämlich der Installer drauf dass er das Medium nicht lesen kann.  Wahhhhhh. CD-putzen hilft nicht, beten hilft nicht, fluchen hilft nicht („Papa, scheiße sagt man nicht … Shit ist auch verboten!“).

Blog schreiben ohne Rechtschreibunterstützung  geht aber net. Aus diesem Grund muss die 2007er-Version installiert werden. Das funktioniert natürlich Einwandfrei.


Diese  Aktion hat bewirkt dass die Panflöten (Tinitus) in meinem Kopf eine Sondervorstellung (Extended-Version) geben. Nachdem das Konzert 2 Stunden andauert und an Intensität immer mehr zu nimmt, sorge ich für Abwechslung. Doch auch ein Spaziergang an der frischen Luft bringt keine Linderung. Also muss ich zu härteren Mitteln greifen.

Fenster putzen und bügeln hilft. 90 Minuten später ist das Konzert in meinem Kopf vorbei. Was lerne ich daraus?

Arbeiten am Computer beschert mir Panflöten. Vielleicht sollte ich den Job wechseln und Putzfrau werden.

Freitag, 3. Dezember 2010

Q287: Mia is ollas Wuascht

Gestern Abend nach dem Seminar war ich in Sachen Tinitus-Bekämpfung unterwegs. Soll heißen, alle möglichen Arten von Untersuchungen im Kopf-, Nacken- und Halsbereich. Röntgen Halswirbelsäule, Computertomografie Nebenhöhlen, Sonografie  Halsschlagader und Magnetresonanz Schädel. Also Röntgenstrahlen, Magnetstrahlen und Ultraschall was das Zeug hält. Für rund 2 Stunden hatte ich meinen Hauptwohnsitz ins Diagnosezentrum Brigittenau verlegt.

Der Arsch voll Strahlen wäre ja an und für sich kein Problem, wenn da nicht die Begleitumstände der  Magnetresonanz wären. Da liegst du nämlich in einer Röhre drinnen, dein Bluzer ist fixiert in einer Nussschale und du wirst 15 Minuten lang durch geklackert.

Der Source-Code der durch-geklackert-werden-Software  schaut wie folgt aus:









Damit kein Gehörschaden entsteht bekommt der Patient einen Gehörschutz aufgesetzt. Über einen Spiegel kann ich aus der Röhre nach außen schauen und meine Zehen beobachten. Wegen der Platzangst. So richtig Laune kommt aber trotzdem nicht auf.

Daher war ich sehr erfreut über die Fragen im Fragebogen:

Leiden Sie unter Platzangst? Wenn ja, können Sie eine Beruhigungsmittel bekommen!

Zusatz der medizinisch technischen Assistentin: "Danoch is ihna ollas wuarscht!"

Das hört sich gut an.

Also her mit der Pulle. Schmeckt ein bissal nach Lavendel-Whiskey mit Meister Proper und Clor-Dan. „Brrrrrrrrrrr“, und weg mit dem Dreck. Nach 15 Minuten ist mir alles Wurscht.

Im wahrsten Sinne des Wortes. Die alte Omma gegenüber nehme ich jetzt als Wurstsemmel wahr. Links neben mir sitzt eine 120kg Knackwurst. Rechts neben mir ein Partywürschtl mit blonden Haaren und Arschgeweih. Das Arschgeweih könnte aber auch der Strichcode für das Ablaufdatum des Partywürschtls sein. 

Plötzlich steht eine weiß gekleidete Bratwurst vor mir und quatscht mich an: „Herr Q., alles klar? Wirken die Mittel schon? Geht es ihnen gut?“ Und wie es mir gut geht. Ich beiß gleich von der Bratwurst ab. A bissal Estragonsenf dazu. Mjaaam. Überall Würschtln um mich. Bei der Tür kommt gerade ein Bernerwürschtl herein.Tolles Medikament. Werde ich mir beim nächsten System-Test reinziehen. Gebratene Hendln und Schweinshaxn laufen dann im Büro herum.  

Herr Q, los geht’s!“ , höre ich im Tinitus-Wurschtigkeits-Nebel.

Kaum in der Röhre schlafe ich ein. Die Wurschtigkeitsmitteln greifen voll. Kurz vor der REM-Phase  höre ich die Bratwurst sagen: „Hr. Q, aufwachen. Sie sind fertig. Hallllo? Hallo Herr Q.! Sie müssen aufstehen! Hallo!

Mit dem Hinweis dass ich mir morgen die Befunde abholen kann werde ich nach Hause geschickt. Außerdem habe ich Autofahrverbot weil die Wirkung bis zu 24 Stunden anhalten kann. An gefährlichen Maschinen soll ich auch nicht arbeiten. D.h., das Bügeleisen greife ich heute nicht mehr an. Gute Ausrede.

Beim Weg zum Zug komme ich an einem Würstelstand vorbei und ich verschiebe kurzer Hand die Heimfahrt. 5 Minuten später schiebt mir das Frankfurter-Würstl in der Küchenschürze meine Bestellung entgegen. "Do, bitte. A Käskreina und a Kola-Leit!"

Scheiße, ich sehe zwei Käsekreiner vor mir liegen. Im Prinzip ja nicht schlecht.

Das Problem? In welche Käsekreiner beiße ich jetzt rein und welche trinke ich?

Dienstag, 30. November 2010

Q286: Wie spielt man low overhead Bug-Shit-Bingo?

Die letzten Monate war ich mehr als Chicken denn als Pig auf unserer Schweine-Farm unterwegs. Grund dafür war das SAS-70 Projekt, das sicher auch der Grund für die Panflöten-Orgie (aka Tinitus) in meinem Kopf ist.

Seit letzter Woche – SAS70, Tschüss mit Ü - bin ich aber wieder „mitten drin“ statt „nur dabei“. Also kein Nutsch-Nutsch im Federkleid, nein, ich bin wieder eine richtige Vollsau. Zartrosa mit Steckdosennase und Ringelschwanz.

Jetzt beantworte ich die berühmten drei Fragen im Daily-Scrum nicht mehr mit „SAS-70, SAS-70, SAS-70“ sondern darf die Qualitätsfortschritte unseres Produktes preisen, oder auch nicht. Ich stelle aber auch wieder ketzerische Fragen wie: „Ähh, was bitte ist gemeint mit das ist eh nur eine kleine Anpassung im Java-Script-Code?“, oder auch nicht.

Ketzerisch gemeinte Willkommensgrüße in Form von: „Wüüst net wieda Saas-Siepzigg mochen?“, schluckt mein Tinitus. Oder wie geht das Sprichwort mit der stolzen Eiche und dem gewöhnlichen  Wildschwein?

Neben ketzerische Fragen stellen, durfte ich endlich wieder einen System-Qualification-Test (aka STQ-Test) planen und koordinieren. Agiles Testkonzept, agiles Abweichungsmanagement (aka low overhead Bug-Shit-Bingo) und agile Testsessions. Agile Pünktlichkeit der zu Koordinierenden inbegriffen.

Morgen starten dann die Vorbereitungen für mein nächstes Projekt mit dem tollen Namen „Implementierung eines Testautomation Frameworks mit TOSCA“. Da bin ich dann 3 Tage beim Hersteller auf Einschulung.

Wie gesagt „mitten drin“ statt „nur dabei“.

Sonntag, 28. November 2010

Q285: Beschissen gespielt, trotzdem verloren!

Heute hatte ich die Ehre für die St. Pauli Burlington X-Golfer die Burlingtons auszuführen. Meine halterlosen Orange-Schwarzen begleiteten mich zur X-treme-Golf Advent Trophy nach Mariahilf. Dr. Jones war eigentlich als mein Strumpf-Buddy gemeldet, doch jeder der kleine Kinder zu Hause hat, weiß wie unplanbar da die Welt ist.

Von dieser Stelle aus gute Besserung an den Zwerg. Die Tochter ist gemeint, nicht der Archäologe.

Der Sportdirektor der X-Treme-Golfer-Truppe hat also zum Indoor-Bewerb in die Shultz-Bar geladen. Gesteckt war ein 5 Loch Kurs. Und der Kurs hatte es in sich. Abgeschlagen wurde im Barbereich, von wo es über die Damentoilette, in das Stiegenhaus (aufwärts), den Keller (abwärts) und  schlussendlich in die Tiefgarage ging.

Ein Loch galt als gemeistert wenn die Bierkiste oder der Fahrradschlauch getroffen wurde. Gewöhnungsbedürftig war der Untergrund. Auf Schotter gräbt sich der Ball ein, auf den Fliesen im Stiegenhaus rächt sich jede schlecht verlegte Fliese die nicht richtig gelesen wird. Putter waren nur beim Puttingbewerb am Damenhäusl erlaubt.

Das beschiessenste Loch war das 3er. Auf einer Distanz von 6 Metern galt es 3 Höhenmeter zu überwinden und die Bierkiste am Mezzanin-Ansatz zu treffen. Meine Sturheit und Liebe zum 8er-Eisen war in dem Fall unangebracht was sich mit +10 auf meiner Scorecard zu buche schlug. Obwohl die Spezialisten anderer Meinung waren, gelang es mir 3x den Ball in die Nähe der Glückseeligkeit zu bringen. Merke: Es kommt nicht darauf an mit welchem Eisen du spielt, sondern nur wie du das Ding hältst. Dieser 10er war mein Low-Light, der 2er am letzten Loch mein High-Light. 

Alles in allem ging es mir heute wie St. Pauli in der Bundesliga. Beschissen gespielt und trotzdem verloren.





































Mittwoch, 24. November 2010

Q284: Wie putzt man einen Aal?

Bist du deppat. Gestern habe ich das wahre Paradies gefunden und gleich zu geschlagen.

Wie heißt es so schön: "Frage nicht was deine Socken für dich tun können, sondern frage was du für deine Socken tun kannst!" Also ich wasche sie im Schonwaschgang, lasse sie dann im Fliederbusch lufttrocknen und bügle sie anschließend mit Dampf aus destilliertem Grandawasser bei Vollmond. Man gönnt sich ja sonst nichts!

Somit steht dem Nachtragsflight nichts mehr im Weg! Außer ein Fisch beißt an!

Montag, 22. November 2010

Q283: Are you a CAT?

So könnte in Zukunft eine Frage beim Bewerbungsgespräch zum Softwaretester lauten. Die Frage hat aber nichts mit dem besten Freund des Menschen zu tun. Vielmehr geht es dabei um ein neues Zertifikat im Bereich Softwaretests (Syllabus derzeit im Review).

Nachdem die ISTQB-Reihe nichts mit agile Testing am Hut hat, war es Zeit dieser Anforderung gerecht zu werden. Aus diesem Grund gibt es seit kurzem die Ausbildung zum CAT (Certified Agile Tester).

Anders als bei der ISTQB-Prüfung, die nur auf einem schriftlichen Teil mit Multiple Choice Fragen beruht, besteht die CAT-Prüfung aus drei Teilen:
  • In Teil 1 werden in einem Assessment die sozialen Fähigkeiten im Bereich Teamwork überprüft. 
  • In Teil 2 muss der zukünftige CAT in einer offenen Fragenrunde seine theoretischen Kenntnisse zum Thema Softwaretests beweisen. 
  • Teil 3 besteht aus einer praktischen Übung zum Thema.

In dem 5 Tage dauernden Training wird den Teilnehmern das Verständnis für methodisches Testen innerhalb von agilen Projekten und Organisationen zu vermittelt.

Mit dem Zertifikat wird bestätigt dass der Inhaber :
  • Die Prinzipien der agilen Software Entwicklung versteht. 
  • Zwischen der Rolle des Testers in agilen Projekten und nicht-agilen Projekten differenzieren kann. 
  • Einen positiven Beitrag als agiles Team Member im Bereich Softwaretest beitragen kann. 
  • Eine breite Basis, an in agilen Teams notwendigen, Soft Skills besitzt.

Das 5 tägige Training ist wie folgt aufgebaut: 
  • Jeden Tag Daily Scrum and Skills Assessment 
  • Tag 1: Geschichte und Begriffe: Agile Manifesto, Prínzipien und Methoden 
  • Tag 2: Planung, Anforderungen, Schätzung und Strategie 
  • Tag 3: Entwicklungs Context, Testen und Retrospektiven 
  • Tag 4: Test Driven Development, Test Automation und Testen von Nicht funktionalen Anforderungen 
  • Tag 5: Praktische und theoretische Prüfung
 Alles in allem eine runde Sache und ein weiterer Beitrag zum Rollenbild des Softwaretesters.

Freitag, 19. November 2010

Q282: Yes, we can!

Für heute 14:00 Uhr hat sich Ernst & Young zum SAS70-Abschlussbericht angemeldet. Am Vormittag noch im Tinituszentrum am Tropf gehangen und den Pfeiffenkopf mit Panflötenmusik und Durchblutungsfördernden Medikamenten zu Leibe gerückt - woher wissen die Medikamente eigentlich wo mehr durchblutet werden muss? - sitz ich ab 13:00 wie auf Nadeln.

Die ganze Firma weiß dass es heute so weit ist. To be or not to be – Abweichung oder keine!

Eine Abweichung und 11 Monate Arbeit waren für den Arsch. Eine Abweichung und mein Panflötenkonzert im Schädel war für den Arsch. Eine Abweichung und ich muss weitere 6 Monate mit Controls, Prozessen und Grundgesamtheiten schlafen gehen.

Alle fünf Minuten hält irgendeiner Prozessowner, Prozessmanager oder sonstiger Fuzzi den Kopf beim Büro herein und will wissen was Sache ist.

„Und? Sind sie schon da?“

„Nein“

„Und? Sind sie schon da?“

„Nein“


Komme mir vor wie beim Ausflug mit der Familie. Kaum im Auto geht’s schon los.

„Sind wir schon da?“

„Nein“

„Sind wir schon da?“

„Nein“

„Ich muss lulu!“

„Wahhhh…“


14:07:00 – Die Schlipsträger sind da.

14:07:05 – Jetzt ist es klar. 11 Monate harte Arbeit waren nicht für den Arsch. Die Panflötenkonzerte waren nicht umsonst. Keine Nächte mehr, in denen mir Controls, Prozesse und Grundgesamtheiten den Schlaf rauben.

Im Bericht steht:


0 Abweichungen

N-U-L-L  A-B-W-E-I-C-H-U-N-G-E-N

Die Panflöten im Kopf verstummen augenblicklich.

Nach 15 Sekunden Pause setzen gregorianische Choräle ein.

Yes, we can!

Dienstag, 16. November 2010

Q281: Agile Testing = Chaos! Stimmt die Gleichung?

Nein, da weder der Explorative noch der Session Based Test eine agile Erfindung sind. Das sagt zumindest DI. Manfred Baumgartner (Bild links), Leiter Geschäftsfeld Software-Test, ANECON Software Design und Beratung G.m.b.H.

Für die ATB-Insider Interviewreihe "Auf einen Kaffee mit..." traf ihn zum Frage&Antwort-Spiel und stellte dabei die eine oder andere ketzerische Frage zum Thema „Agile Testing“.

Q: Herr Baumgartner, gleich eine ketzerische Frage zum Einstieg. Stirbt der traditionelle Tester, also der nicht agile Tester, aus?

MB: Für die Beantwortung dieser Frage ist es von Bedeutung, was man unter einem traditionellen Tester versteht: Wenn „traditionell“ bedeutet, dass der Tester im Anschluss an lange Analyse- und Entwicklungsphasen wochen- oder gar monatelange Tests durchführt und es vielleicht – auf Grund der Größe des Vorhabens – gar nicht auffällt, wenn der individuelle Fortschritt einmal nicht so gegeben ist, dann wird der traditionelle Tester wohl aussterben.

Besagt „traditionell“ jedoch die Beherrschung von bewährten und effizienten Testmethodiken, dann ist der agile Tester eine spezifische Ausprägung des traditionellen, professionellen Testers unter sehr herausfordernden Rahmenbedingungen.

Q: Agiles Testen hört sich für manche an nach „Chaos“ und „Jeder macht was er will“. Was sagen sie dazu? Wie definieren sie „Agile Testing“?

MB: Agile Testing ist ganz das Gegenteil von „Jeder macht was er will“. Stärker als in traditionellen Vorgehensweisen ist er gleichberechtigtes Mitglied des Entwicklungsteams und dem konstruktiven Entwicklungsprozess „committed“. Es geht also weniger um das „destruktive“, nachgelagerte Fehlerfinden, wozu jedes Mittel legitim ist, sondern um die aktive Mitgestaltung in der Erarbeitung und regelmäßiger Bereitstellung von Business Value in Form eines funktionstüchtigen Release der geplanten Applikation. Um dieses zu erreichen, muss sich auch der Tester dem übergeordneten Ziel des agilen Teams unterordnen und ein Testverfahren und Testmethodiken wählen, die die bestmögliche Qualität und somit die Absicherung des Geschäftsnutzen sicherstellen.

Q: Was zeichnet einen agilen Tester aus.

MB: Den agilen Tester zeichnen insbesondere drei Fähigkeiten aus. 

Erstens: die Fähigkeit, den für die konkrete Aufgabenstellung richtigen Testansatz und die richtigen Testmethoden und –techniken zu wählen. Dies bedingt einerseits die Kenntnis dieser Methoden und andererseits die Erfahrung, Kreativität und Flexibilität in deren Anwendung.

Zweitens: Konsequenz und Ausdauer, um unter dem Druck des oft engen zeitlichen Korsetts in Agilen Projekten (kurze Iterationen, „working software“ am Ende jedes Sprints) nicht auf erlerntes und bewährtes Wissen zu vergessen und in ein Chaos-Vorgehen zu verfallen und

Drittens: Kommunikationsfähigkeit, da nur über eine sehr gut funktionierende direkte Kommunikation mit allen Teammitgliedern, sei es Entwickler, Product Owner, Endanwender oder sonstige Stakeholder, die Synergien eines Agilen Teams realisiert werden können.

Insider: In SCRUM gibt es die Rolle des Testers nicht, da gibt es keine Spezialisten. Wie würden sie das Thema Test dort verankern?

MB: Dies ist im Wesentlichen dem Umstand zu verdanken, dass die „Erfinder“ von SCRUM und die einschlägigen Autoren Entwickler und keine Tester waren. Aber es sei ihnen verziehen, denn würde ich als Tester ein Vorgehensmodell entwickeln, dann würde dies darauf beruhen, dass der Endanwender Business-Modelle formuliert, aus denen der Code direkt generiert wird und die Ergebnisse durch Tester validiert werden. Der klassische Entwickler wäre nur mehr in Ausnahmefällen von Nöten.

Aber Scherz beiseite: SCRUM geht hier an den Notwendigkeiten und der Realität vorbei. Ein gutes SCRUM-Team besteht aus Requirements-Engineers, eine Rolle, die manchmal durch den Product Owner eingenommen werden kann; es hat einen exzellenten Architekten im Team, der unter Umständen auch mit entwickelt und dafür sorgt dass die Architektur trotz vieler kommenden Änderungen stabil und flexibel zugleich ist; es besteht aus hervorragenden Entwicklern, die im kurzen Sprints sowohl neue Features entwickeln, Fehler beseitigen und ein laufendes Refactoring durchführen; und es umfasst ein Team von ausgezeichneten Testern, denen es in optimaler Weise gelingt eine hohe, nachvollziehbare Testabdeckung zu erreichen, die neuen Features zu testen und gleichzeitig – unter Einsatz von funktionaler Testautomatisierung – die notwendigen und mit jedem Sprint umfangreicher werdenden Regressionstests durchzuführen. Wenn man sich dies vor Augen führt wird deutlich, dass die SCRUM-Interpretation „Jeder kann und macht alles“ eine Illusion ist.
























Q: Das ISTQB geht nicht näher auf Agile Testing ein. Wie passt die ISTQB-Zertifizierung als Ausbildung dann mit Agile Testing zusammen?

MB: Wie bereits erwähnt steht Agile Testing nicht im Widerspruch zu den ISTQB-Zertifizierungen, in denen insbesondere viele Grundlagen, Techniken und Methoden des Software Tests vermittelt werden, die ganz besonders in Agilen Projekten zum Einsatz gelangen. Mittlerweile wurde auch der Certified Agile Tester® CAT ins Leben gerufen (www.agile-tester.org). ANECON bietet seit Anfang des Jahres ein Seminar „Agile Testing“ an und ist ebenfalls CAT – Training Provider und gleichzeitig ISTQB-akkreditiertes Unternehmen – und wir betrachten diese Ansätze in einer synergetischen Ergänzung.

Q: Exploratives Testen = Session Based Testing = Agil. Stimmt die Gleichung?

MB: Die Gleichung stimmt insofern nicht, als dass weder der Explorative noch der Session Based Test eine agile Erfindung sind und man einen schweren Fehler begeht, wenn man „Agil“ auf diese Testtechniken reduziert. Der Einsatz dieser Techniken muss auf den jeweiligen Einsatzzweck und auf die angestrebten Qualitätsziele abgestimmt sein. Wichtiger in Agilen Projekten erscheinen mir jedoch die Optimierungsmöglichkeiten eines Risikobasierten Tests bzw. von Value Driven Testing sowie der konsequente Einsatz von Testautomatisierung.

Q: Brauche ich im Zeitalter von agile Testing noch einen Testmanager?

MB: Obwohl z.B. in SCRUM der Testmanager vorerst im wahrsten Sinn des Wortes keine Rolle spielt, prägt sich in fast allen Agilen und auch SCRUM-Projekten dies Rolle „natürlich“ aus – weil Erfahrung und Kenntnis in Testansätzen, -methoden und –techniken und in Aufwandsschätzungen immer benötigt werden. Der Testmanger ist dabei aber nicht mehr der Manager eines Teams von Testern sondern Manager des Tests in einem gleichberechtigten Team.

Q: Danke für das Gespräch.