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Montag, 26. Juli 2010

Q229: Batman braucht keine Stallorder

08:30 – Sitze beim Arzt wegen einer Betäubungsspritze für meinen rabiaten  Halswirbel. Eine kurzes SMS für TheBoss damit er weiß dass ich später komme.

Bin beim Arzt! Komme erst um 1000 Uhr ins Büro!

Nach dem Arzt noch schnell in die Apotheke um Parkemed zu holen. So kann ich wenigstens ein bissal in der Nacht schlafen.   

Ich absolviere den ganzen Weg natürlich ohne Auto. Bike ist angesagt. Bin ja im Training. Um 09:22 will ich das Bike beim Bahnhof abstellen. Da komm ich drauf dass ich kein Schloss dabei habe. Was mach ich jetzt? Guter Rat teuer. In 12 Minuten kommt der Zug. Fahrrad ohne Schloss am Bahnhof stehen lassen ist keine Alternative. Die Gfrasta habe mir schon einmal eines geklaut. Sogar abgesperrte war es. Seitdem hab ich ein 2-Zoll-Titan-Panzerketten-Fahrrad-Schloss. Das kann nur Supermann mit seinen Blicken aufschweißen. Aber eben dieses Schloss liegt zu Hause in der Garage.

Entscheide mich kein Risiko einzugehen und den Boliden zu wechseln. Auf nach Hause und ins Batmobil. Nach 5 Minuten schlag ich zu Hause bei der Haustür an. Neuer Rekord. Meine Lunge ist am Explodieren, meine Oberschenkel ebenfalls. Das heutige Training im Entwicklungsbereich somit abgeschlossen. Schnell ins Auto.

In dem Moment wie ich einsteige biegt ein Traktor in die Strasse ein. Scheiße, wenn der vor mir ist schaff ich den Zug nicht. Ich komm zu spät aus der Boxenstrasse raus. Der Traktor ist vor mir. Fühl mich wie Alonso hinter dem Massa. Nur das ich Batman bin.

Ok. Sobald wir beim Damm sind hab ich Platz zum Überholen. Tick, Tack, die Zeit läuft. Der Traktor braucht zu viel Platz. Ich schicke Fledermaus-Lichtzeichen in den Himmel von Gotham-City. Nutzt alles nichts. Der ist stur. Ein Landwirt halt. Auf mein Licht reagiert er mit einem Schwenker nach links und macht die Seite zu. Rechts vorbei? No way. Keine Alternative.

Soll ich an die Box funken damit die eine „Stall“-Order für den Traktor raus geben? Damit müsst er ja vertraut sein. Stallorder? Ich hoffe jeder hat den Wortwitz kapiert. „Komm heim in den Stall die Kühe melken!“. Schön wär’s.

Tick, Tack, die Zeit rinnt durch meine Finger. Ok, Trick 17 muss her. Deute rechts einen Überholversuch an. Bin an Bankett und eine einzige Staubwolke. Traktor schwenkt nach rechts will die Staubwolke blockieren. Haha, rein gelegt. Batman tritt das Gaspedal durch und fliegt links am Traktor vorbei. Der Landwirt versucht noch immer die Staubwolke zu blockieren. Haha. Noch bin ich der Chef in Gotham City.

Die Ampel ist rot. Ich habe Blick auf den Schranken und meinen Zug, der gerade nach Wien fährt. Scheiß Traktor. Auf nach Mannswörth, dort gibt’s die nächste Einstiegsmöglichkeit(Q47, Q158).

Hoffentlich. Sonst muss ich noch ein SMS schreiben.

Freitag, 9. April 2010

Q158: Das geht sich schon aus!

Heute 08:05 – Ich spiel wieder mal Batman und jage dem Zug hinterher. Digital Nativ I (aka Batgirl) hat wieder mal 15 Minuten länger gebraucht (aka geschlafen) als vorgesehen. Ich (aka Batman) sag: „Früher aufstehen!“ – meine Frau (aka Batwoman) sagt: „Das geht sich schon aus!“. Ich sag: „Na dann beeilen wir uns jetzt aber…“ – Batwoman sagt: „Das geht sich schon aus!“.


Stichwort „Das geht sich schon aus!“. Ich rase also im Batmobil Richtung Mannswörth. Batman am Steuer, neben mir Robin, mein unsichtbarer Strumpfhosenkumpel.

Beim Flughafen in der 70er Beschränkung zeigt der Battacho 90kmh. Das Batmobil hebt gleich ab. Freitag ist Busines Update, und da macht TheColt keine Gefangenen, da wird auch der Flattermann einen Kopf kleiner gemacht. Also Gas, Gas. Wir rasen an einem weißen Golf vorbei. Im Augenblick der Vorbeifliegens erkennen meine Bataugen: „Uiiiii, Batman des woar Scheiße. Du hast soeben eine Zivilstreife überholt!“.

So war es auch. 90 Sekunden später: „Guten Morgen, Fahrzeugkontrolle. Führerschein und Zulassungspapiere bitte!“. Zu der provokanten Frage: „Sie wissen warum ich sie angehalten habe?“ kommen wir gar nicht. Der Kollege meines Widersachers steigt aus und kommt zum Batmobil. Ich denke mir: „He, den kenn ich doch!“ und identifiziere ihn als den NoseGuard (aka die ganz Grimmigen Menschenfresser!) meiner ehemaligen Football-Mannschaft. Sein Lieblingssatz im Huddle (das ist das Daily Stand Up nach jedem Spielzug): „Hobts des gseng? Fost häd i eam dawischt, den Oasch den Elendichen!“. Mit Oasch war der gegnerische Quarterback gemeint. Damals war er noch bei der WEGA und hat albanische Touristen mit Armbänder ins Flugzeug begleitet, die er vorher über den Terminal jagte. Soviel zu seinem Gemüt!

Mit einem „He, Peta des moch i scho!“ schickt er seinen Kollegen ins Auto zurück. 3 Sterne haben mehr zu sagen als 2 Sterne. Früher hatte er mal 5 Sterne, 2 mehr als jetzt. Na ja, so spielt das Leben! Nach einen kurzen Small-Talk über alte Zeiten entlässt er mich ungeschoren mit dem Nachsatz: „Oba, laungsoma foarn!“.

Fünf Minuten später sitze ich im Batmobil und flieg dem Zug nach. Sieben Minuten später sitz ich am Bahnhof Mannswörth, schreibe diese Zeilen und denke mir: „Fost häd i eam dawischt, den Oasch den Elendichen!“. Mit Oasch ist der Zug gemeint.