Freitag 10:00 – Estimation-Meeting, der Finale Sprint muss geschätzt werden. Es dauert genau 2 User-Storys und die alte Frage „Umrechnung-von-Story-Points-in-irgend-etwas-anderes!“ liegt in der Luft. Jedesmal das Gleiche. Wir drehen uns im Kreis. Phil Connors und „Täglich grüßt das Murmeltier" lassen grüßen. Punxsutawney meets Vienna.
Nächste Woche ist eh Murmeltiertag, Zeit zum zündeln. Ich ziehe einen verbalen Streichholzkopf über die Zündfläche: „I glaub wia schätzen zu optimistisch, Unsare Storripöints-Umrechnung kaun net stimma! Jetzt woma de Reliesdoku a schreim miassn passt des aullas nimma! Daduach schaut unsa Böandaun Tschart imma wia a offane Scher aus!“. Die Körpersprache von TheBoss zeigt mir das sein Stuhl heiß wird. Sein rechter Zeigefinger trommelt auf die Maus, ein Schweißtropfen auf seiner Stirn sagt Hallo. Aber es fehlt noch ein Tropfen um seine Storypoint-Seele zum Überlaufen zu bringen. So wie Phil Connors weiß was als nächstes kommt, so weiß auch ich von wem ich Unterstützung zu diesem Thema bekomme. Sagt einfach Phil zu mir.
5-4-3-2-1, Tatata. Düsentrieb wirft den Tropfen: „I muas Q. recht gem. Des stimmt ollas net!“. Düsentrieb und ich haben zwar manchmal kleinere große Meinungsverschiedenheiten, aber Story-Points und Estimation-Meeting schweißen uns wieder zusammen. Da passt dann keine Rasierklinge zwischen uns. Und los geht’s. TheBoss sieht Story-Point-Rot. Sofort referiert er wieder darüber warum die Berechnung in StoryPoints so toll ist, wie zu berechnen ist usw. usw. Schlussendlich gibt er aber auch zu das die Referenzstory die als Vergleich herhält, neu gewählt werden muss. Die Sprintvelocity muss natürlich auch neu definiert werden.
Schließlich vertragen wir uns und definieren eine neue Referenzstory. Die neue Referenzstory ist Advanced Errorhandling im Converter mit 20 Story Points. Von der aus werden jetzt alle anderen Storys estimated. Eigentlich war eine Stunde für das gesamte Meeting vorgesehen, nach zwei Stunden sind wir fertig. Zum Abschied friert TheBoss das Sprint-Backlog ein. „So, schauts no moi drüba ob jetzt ollas passt!“.
Im Sprintplanning werden wir dann die Sprintvelocity besprechen. Ich freu mich schon tierisch darauf.
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Sonntag, 31. Januar 2010
Montag, 30. November 2009
Q50: Wo bitte ist die Dokumentation?
Der geneigte Scrummler weiß was nach Sprintende kommt. Die Retrospektive. So wie kein Sprint ohne Kartenspiele auskommt ("Geh, bitte wie kummst auf 20 Storripeuints?"), so geht auch eher ein Mittagessen den Bach runter als das BvQ (aka der Scrummaster) die Retrospektive auslässt. Er hält es da mit Jeff Sutherland, der schon postulierte, dass das Fehlen der Retrospektive immer dazu führt, der Scrumkultur den Garaus zu machen. Denn schlussendlich wollen wir ja aus dem lernen was wir gemacht bzw. nicht gemacht haben. Ich mache seit meinem Warschkrak-Abenteuer (Q20) nach jedem Ausflug eine Retrospektive. Dadurch weiß ich jetzt z.B. dass ich mir am Airport Nürnberg nie wieder eine Flasche Mineral kaufe ohne vorher nach dem Preis zu fragen. Ich sage nur: Bajuwarische Raubritter.
Um 10:00 soll die Retrospektive statt finden. Soll, wie gemerkt. 10:00 Uhr, kein DEV-Fraggle im Büro. BvQ und DLTB machen einen leicht säuerlichen Eindruck. Das Scrumherzal wird sich freuen. Verspäten bedeutet löhnen. Ein Euro fürs Scrum-Herzal.
Schließlich geht's dann um 11:15 los. Soviel zum Thema Meetingkultur und dem Spruch "in time, in scope, in budget". Zu klären sind die Themen:
11:35 Ich bereite mich gerade innerlich darauf vor, die Frage nach "What could beimproved" mit dem Thema "Das Nichtvorhanden sein einer Testbasis aka RFC-Dokument aka Use-Case Beschreibung aka UserStory" anzuzünden. Da kommt BvB (aka Boss von BvQ) in unseren Glashobel und bringt sich ein mit dem harmlosen Satz "I bin grod dabei de Relisdoku zu schreibn". Ein Zucken in meinem rechten Auge gibt mir zu verstehen: Uuuwwweh, da kommt noch etwas. Und? Mein Auge hat recht, denn es folgte die ketzerische Frage: "Wie soi i wissn wos i schreibn soi, wauns ka Doku gibt wo drinnan steht wos ma wia gmocht hom? Wia deids ihr eigentlich entwickln?".
Mein Herz lacht. Ja, danke BigBoss. Endlich ein Einwand von ganz oben. Nach 25minütiger wilder Diskussion und der Feststellung "die anderen sind schuld" verlässt BigBoss die Retrospektive um am 12:00 Uhr-Montag-Meeting der "Anderen" teil zu nehmen und den Sachverhalt zu klären.
Der Rest verläuft nach dem Motto: "Same Retrospektive as every Sprint.".
Mein abschließender Vorschlag die Ergebnisse der Sprintretros in Form einer Gelben-Zettel-Wolke (in Anlehnung an eine Tag-Cloud) öffentlich zur Schau zu stellen, wird abgeschmettert. Beim Weg zum Essen erkläre ich BvQ wie ich mir die Wolke vorstelle. Jetzt reden BvQ und ich nicht an einander vorbei und ich erhalte den Auftrag mich darum zu kümmern. Super, ich wollte schon immer Wettergott spielen und damit den Lauf der Geschichte beeinflussen. Welche Geschicht das wohl sein wird?
Um 10:00 soll die Retrospektive statt finden. Soll, wie gemerkt. 10:00 Uhr, kein DEV-Fraggle im Büro. BvQ und DLTB machen einen leicht säuerlichen Eindruck. Das Scrumherzal wird sich freuen. Verspäten bedeutet löhnen. Ein Euro fürs Scrum-Herzal.
Schließlich geht's dann um 11:15 los. Soviel zum Thema Meetingkultur und dem Spruch "in time, in scope, in budget". Zu klären sind die Themen:
- Significant Events
- What went well?
- What could be improved?
- Who is in Control?
11:35 Ich bereite mich gerade innerlich darauf vor, die Frage nach "What could beimproved" mit dem Thema "Das Nichtvorhanden sein einer Testbasis aka RFC-Dokument aka Use-Case Beschreibung aka UserStory" anzuzünden. Da kommt BvB (aka Boss von BvQ) in unseren Glashobel und bringt sich ein mit dem harmlosen Satz "I bin grod dabei de Relisdoku zu schreibn". Ein Zucken in meinem rechten Auge gibt mir zu verstehen: Uuuwwweh, da kommt noch etwas. Und? Mein Auge hat recht, denn es folgte die ketzerische Frage: "Wie soi i wissn wos i schreibn soi, wauns ka Doku gibt wo drinnan steht wos ma wia gmocht hom? Wia deids ihr eigentlich entwickln?".
Mein Herz lacht. Ja, danke BigBoss. Endlich ein Einwand von ganz oben. Nach 25minütiger wilder Diskussion und der Feststellung "die anderen sind schuld" verlässt BigBoss die Retrospektive um am 12:00 Uhr-Montag-Meeting der "Anderen" teil zu nehmen und den Sachverhalt zu klären.
Der Rest verläuft nach dem Motto: "Same Retrospektive as every Sprint.".
Mein abschließender Vorschlag die Ergebnisse der Sprintretros in Form einer Gelben-Zettel-Wolke (in Anlehnung an eine Tag-Cloud) öffentlich zur Schau zu stellen, wird abgeschmettert. Beim Weg zum Essen erkläre ich BvQ wie ich mir die Wolke vorstelle. Jetzt reden BvQ und ich nicht an einander vorbei und ich erhalte den Auftrag mich darum zu kümmern. Super, ich wollte schon immer Wettergott spielen und damit den Lauf der Geschichte beeinflussen. Welche Geschicht das wohl sein wird?
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Dienstag, 10. November 2009
Q35: Is eh nur...
Freitag, Daily Scrum.
Das Team beantwortet die ominösen 3 Fragen. Irgend wann kommt auf die Frage ob was im Wege steht die Antwort: „Nichts. Außer dass die Fachabteilung drauf gekommen ist dass eine der letzten UserStorys nicht vollständig umgesetzt wurde. Aber das hab ich eh gleich. Da ist eh nur ein IF* anzupassen.“ Die Story ist seit Wochen produktiv. Soviel zum Thema Abnahmetests.
Bei den Worten „Eh gleich...“ breche ich in Angstschweiß aus und erleide einen „Des-is-a-Klanigkreit-Schlaganfall“. CvQ, der einfühlsamste Chef den ich je hatte, bemerkt die Schockwirkung und vermittelt die Wichtigkeit von dokumentierten Anforderungen: „Fordert es ein und seht es als eine Möglichkeit an, die Dinge jetzt richtig zu tun...“. Bumm, Zack so einfach geht das. „Seht es als Möglichkeit...“, ich liebe diese Komposition an Buchstaben. Kann man das übersetzen mit „Yes, we can“ oder ist das zu weit her geholt? Ist mein Boss ein weißer Obama? Ich werde das mal validieren! Oder ist das verifizieren?
Egal. Ich liebe agile Aufwandsschätzungen die lauten: „Des homma glei...“ und „Des ist eh nur...“.
Das erinnert mich daran wie ich letzte Woche eine UserStory getestet habe. Auf meinen Einwand das es dazu keine Testbasis (aka RFC-Dokument) gibt kontert die lebende Testbasis mit: „Des is eh nur a Klanigkeit...“. 49 Minuten und eine geschmeidige Abweichungen später war es wieder mal klar.
War doch nicht so klar, die Kleinigkeit.
*In der IF-Syntax (links oben) ist eine kleine Abweichung versteckt. Wer findet Sie?
Das Team beantwortet die ominösen 3 Fragen. Irgend wann kommt auf die Frage ob was im Wege steht die Antwort: „Nichts. Außer dass die Fachabteilung drauf gekommen ist dass eine der letzten UserStorys nicht vollständig umgesetzt wurde. Aber das hab ich eh gleich. Da ist eh nur ein IF* anzupassen.“ Die Story ist seit Wochen produktiv. Soviel zum Thema Abnahmetests.
Bei den Worten „Eh gleich...“ breche ich in Angstschweiß aus und erleide einen „Des-is-a-Klanigkreit-Schlaganfall“. CvQ, der einfühlsamste Chef den ich je hatte, bemerkt die Schockwirkung und vermittelt die Wichtigkeit von dokumentierten Anforderungen: „Fordert es ein und seht es als eine Möglichkeit an, die Dinge jetzt richtig zu tun...“. Bumm, Zack so einfach geht das. „Seht es als Möglichkeit...“, ich liebe diese Komposition an Buchstaben. Kann man das übersetzen mit „Yes, we can“ oder ist das zu weit her geholt? Ist mein Boss ein weißer Obama? Ich werde das mal validieren! Oder ist das verifizieren?
Egal. Ich liebe agile Aufwandsschätzungen die lauten: „Des homma glei...“ und „Des ist eh nur...“.
Das erinnert mich daran wie ich letzte Woche eine UserStory getestet habe. Auf meinen Einwand das es dazu keine Testbasis (aka RFC-Dokument) gibt kontert die lebende Testbasis mit: „Des is eh nur a Klanigkeit...“. 49 Minuten und eine geschmeidige Abweichungen später war es wieder mal klar.
War doch nicht so klar, die Kleinigkeit.
*In der IF-Syntax (links oben) ist eine kleine Abweichung versteckt. Wer findet Sie?
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