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Montag, 7. Dezember 2009

Q56: Was! Kein Google-Ray? Das kann nicht mein Kind sein!


So, jetzt kommt ein Neuer in Spiel. Nämlich der Partner von BvB, sozusagen der 2. BvB. Nachdem die Bezeichnung beim gelobten und gepriesenen Blog-Leser aber Irritationen hervorrufen würde, nennen wir in einfach: CEO (aka Chief Expansion Officer). BvB ist dafür zuständig das unser Produkt ständig verbessert wird, CEO ist dafür zuständig dass jeder unser Produkt kennt und es haben will.

Zur Zeit wandelt CEO auf den Spuren von Christoph Columbus und führt uns aus der alten in die neue Welt. Kam der Genueser 1492 vorerst nur bis San Salvador so kann CEO schon einen Schreibtisch im Silikon Valley vorweisen. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten müssen dann aber andere Kuchen gebacken werden, so unser Columbus beim heurigen Kick-Off. Die Vision lautet: „die-sich-selbst-Installierende-sich-selbst-konfigurierende-Bridge“. Denn ohne diese EIWOMIS (aka Eier legenden Wollmichsau), gibt’s drüber-dem-Teich nur Babyschritte in Richtung 1K-Bridges in 3 Jahren.  Weil wie sagt CEO? „Wäu nur so dablos de Amis!“, also werden wir die Amis mit einer technologischen Schweine-Grippe (aka Bridge-Flu) überziehen.

So weit so gut. Am Donnerstag hatten wir die Präsentation unserer Winterrelease im Museumsquartier. Im Teil 1 zog CEO alle Register. Volle Kanne Youtube-Videos und Web 2.0. Dafür wurde er von mir bereits für einen Q.Oscar nominiert.

In seiner Präse machte er uns mit Leuten bekannt die mit Youtube, Twitter, Facebook und Co. aufwachsen, nämlich den Digital Nativs und dem Gegenteil davon, den Digital Immigrants. Letztere glauben Youtube ist eine neue Zahnpasta und Facebook einer neuer Bildband von Helmut Newton. Digital Natives sind Personen die nach 1980 geboren sind und das kommende Zeitalter beherrschen werden.

Ich habe zwei so digitale Eingeborene selbst gebastelt, deren Wünsche nach Bits & Bytes und Elektronik die Brieftasche von Q. leer fegen. S. meine 7. jährig Tochter besitzt bereits ein Handy, einen Nitendo DS, ein Notebook und stellt auf Youtube ihre Videos aus.  Natürlich nicht ohne das meine bessere Hälfte darüber wacht wo sie surft und mit wem sie chattet. Ihre  mit GIMP erstellten Kollagen verkauft sie über ihren Webshop, auf dem nur Zahlung per Pay-Pal möglich ist. Ich kaufe dort manchmal ein um ihren Geschäftssinn zu fördern. Auf Twitter hat mich meine Tochter aufmerksam gemacht. Sie hat mir die Vorteile von IPOD und iTunes vermittelt. Zu Geburtstagen bastelt sie Videogrüße die sie mit ihrer Digitalkamera dreht und am Notebook mit Effekten hinterlegt. Das wird ihre nächste Einnahmequelle.

Und die Digitale Evolution geht weiter. Freuen sich jetzt noch werdende Väter beim Ultraschall wenn der Arzt das Geschlecht des Nachwuchs bestimmen kann so wird das im Jahr 2200 anders sein. Da wird der Arzt dann feststellen ob der Nachwuchs mit einer USB 16.0-Schnittstelle oder mit Bluetooth zur Welt kommt. Und wenn er erklärt das der Popsch vom Nachwuchs nur Blue-Ray DVD's abspielen kann fragt sich der Papa ob das Kind wohl ein Kuckucksei ist, kann doch er selbst bereits den Blue-Ray-Nachfolger Google-Ray zwischen seinen Backen abspielen.

Übrigens. Das Netbook auf dem ich diese digitalen Zeilen schrieb gehört meinem Sohn. Und der ist 4 Jahre alt.

Sonntag, 6. Dezember 2009

Q55A: Was macht eine Livesendung aus?

Couch-Chamäleon-Session, Bewerb Extrem-Zapping. Ich stoße auf Kanal 767.



Aus der Röhre blicken mich zwei Augen an, mit folgendem Angebot:

"Rufen Sie an. Der Erstanruf ist Gratis. Ich lese aus ihrer Zukunft. Sie wollen wissen wie es um ihre Liebe steht. Sie wollen wissen wie es um ihre Gesundheit steht? Ich sage es ihnen. Schauen sie in diese Augen. Können die lügen?"

Im Hintergrund hört man die Regie "Zoomt auf seine Augen. Zoomt auf seine Augen!!!!“. Der Kameramann pennt wohl. Kein Wunder bei diesen Augen.

Und dann kommt es. Er hat Schweinegrippekarten. Richtig gelesen. Schweine-Grippe-Karten, Spezialanfertigung. Bitte auf der Zunge zergehen lassen.  Damit kann er die Schweingrippewahrscheinlichkeit des Anrufers vorher sagen. Das stelle man sich vor. Ich bin paff. Schweingrippewahrscheinlichkeit per Wahrsager. Was kommt da noch?

Ich denke, ja das ist es. Greife zum Hörer und wähle die eingeblendete Nummer. Ich will wissen wie es um meine Gesundheit steht. Eine nette weibliche Stimme erklärt mir wie es abläuft. Europas bekanntester Wahrsager ruft Sie innerhalb von 72 Stunden zurück. Mein Einwand dass das ja dann keine Livesendung ist, kontert sie mit "Zeitverzögert, Live!". Zeitverzögert Live? Also zeitverzögert Live (10 Sekunden) wird der Super Bowl übertragen seitdem Janet Jacksons Busen 2004 zufällig von Justin Timberlake freigelegt wurde (aka Nippelgate). Zeitverzögert Live 72 Stunden später,  so nennt man Aufzeichnungen. Oder?

Na ja was soll’s. Ich gebe alle meine Daten bekannt und nehme halt den Rückruf in Kauf. Bevor ich auflege lässt mich die Telefonstimme aber wissen: „Wenn sie es ganz eilig haben dann kann ich sie aber zu einer kostenpflichtigen Beratung durchstellen. Das kostet einen Euro neunundneuzig und ist wirklich Live!“.

Über erwünschte oder unerwünschte Nebenwirkungen informiert Arzt, Apotheker oderWahrsager. Zeitverzögert Live natürlich.