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Mittwoch, 3. Februar 2010

Q109: Im Mittelalter gab es keinen Hexenschuss!

Vorsatz Nr.1 für 2010 ist „Mehr Sport“. Als zertifizierter Projektmanager habe ich ja gelernt das Ziele ordentlich formuliert werden müssen. Also:

[Zielformulierung: Bis zum 31.8.2010 habe ich an zwei Sprinttriathlons teilgenommen und bin beim Schwimmen nicht als Letzter aus dem Wasser gekrochen]

So weit, so gut. Das bedeutet: Training, Training, Training. Gestern also Heim nach der Arbeit, 3 Bussis, umziehen und ab in den Heizungskeller. 60 Minuten Ergobike im Grundlagenausdauerbereich sind angesagt, danach noch zwei Rumpf-Stabilisierungs-Zirkel und die Sache hat sich. 60 Minuten Ergobike verfliegen mit der 1. Staffel 30Rock auf Englisch (mit englischen Untertitel, wegen Vorsatz Nr.2) im Nu.

Beim Zirkel ist in Runde 2 beim Bankdrücken mit 125kg der Ofen aus (in Wirklichkeit waren es nur 50kg, aber die gefangenen Fische und andere Dinge sind ja am Stammtisch  auch immer größer als tatsächlich). "Ofen aus" bedeutet dass mein 3. Lendenwirbel wieder einmal blockiert, weil Hohlkreuz gemacht. Hohlkreuz beim Bankdrücken bestraft der Sportgott sofort. Hausfrauen nennen so ein Leiden auch Hexenschuss. Diese Biester! Ich meine nicht die Hausfrauen, nein, die Hexen meinte ich.

Von der Hexe getroffen schleppe ich mich ins traute Heim. Von meiner Frau kommt ein „Du solltest dich aufs Schwimmen konzentrieren, da kann dir nichts passieren!“, von meiner Tochter kommt ein „Papa du wirst alt!“. Nichts passieren beim Schwimmen? Hat die eine Ahnung. Die hat noch nie mit einer Pensionistenrunde Hausfrauen (aka lebende Schwimmbojen mit Blumenbadehauben) um eine Bahn im Becken gekämpft die das Bad mit der Konditorei verwechseln. Na super, wie geht das Sprichwort mit „Wer den Schaden hat…“? Um die Nacht zu überstehen hau ich mir Parkamed Superstark rein und gehe mit einer Wärmeflasche ins Bett. Nicht ohne vorher meinen Leibpysiotherapeuten anzurufen um einen 07:00 Uhr Termin für den nächsten Morgen auszumachen. Weil irgendwer muss ja den Hexenpfeil aus meinem Rücken entfernen oder?

Montag, 11. Januar 2010

Q87: Ich bin doch nicht dumm!


200 Tage. Mehr als 200 Tage ist es her das ich zum letzten mal die Bereitschaft für die weltweit größte Servicemanagementplattform über hatte. Seit heute 0900 bin ich wieder in Amt und Würden wenn es darum geht abgestürzte Brücken wieder auf zu bauen, verschüttete Tunnels neu zu graben oder die Katzen von Tom zu reanimieren. Der Ganze Tag stand im Zeichen der Vorbereitung, mal abgesehen von 2,5 Stunden Scrum-Retrospektive (dazu ein anderes mal mehr davon). Passwörter auswendig lernen, Telefonnummer aufschreiben, Organisatorisches abklären. Wen rufe ich an, wenn? Wen ruf ich nicht an, wenn? Wen ruf ich auf keinen Fall an, wenn? Wen ruf ich an, wenn ich mir den blauen Brief einhandeln will, wenn? Fragen nix als Fragen. Als Sohn einer preußischen Pickelhaube muss ich das alles geklärt wissen.

17:15 - ab zum Zug. Vorher noch alles 3x gechecked. Bereitschaftshandy dabei? Bereitschaftsnotebook dabei? Schuhe an? Noch schnell Temporärbereitschaft für die Bereitschaft(aka ich) organisiert während die Bereitschaft(aka ich) im Zug sitzt. Danke an Roman unserem ungarischen Fraggle. Jetzt aber wirklich zum Zug.

18:15 - rein ins traute Heim. Drei Bussis für die Liebsten. Auf zum Fensterbrett und den Leitstand aufgebaut. Sohnemann (3,25 Jahre alt) will sofort „Komputabielen“ was ich mit „Jetzt nicht zu Halunke, aber ich werde mich gleich mit dir beschäftigen!“ abwürge. Halunke ist sein Stichwort. Halunke heißt nämlich jetzt wird gerangelt. Er läuft sofort zur Spielwiese (2x2m Schaumgummimatratze, 20cm dick, Ikeaname: Brakke) geht in korrekte Jiu-Jitsu Verteidigungsstellung und brüllt: „Komm hea, du Feigling!“. Feigling ist mein Stichwort. Mit Gebrüll stürze ich mich auf ihn und mit einem Doublejam-Fußwegwischer befördere ich ihn in die Waagrechte. Brakke leistet volle Dienste. Drei Minuten später hat er mich im Schwitzkasten und brüllt mir ins Ohr: „Jet bit du dan, du Schuake!“. Ich befreie mich mit einem Triple-Fixi-und-Foxi wobei ein Bügel seiner Brille verbogen wird. Kein Problem. Hamma gleich. Meine Frau mischt sich ein: „Lass das bitte mich machen! Du weißt was letztes mal war, als du sie repariert hast!“. Autsch, das tut weh. Mit einem „Ein Fehler ist Ok, den gleichen Fehler noch einmal machen ist Dummheit! Ich bin doch nicht dumm!“ fege ich ihre Bedenken vom Tisch. Mit gleichmäßigen Druck und einem „So des homma jetzt!“ bringe ich den Bügel in Form. Sekunden später habe ich zwei Teile in der Hand. Rechts den Bügel, links den Rest der Brille. Von wegen Dummheit, schlechte Qualität. Meine Frau schaut mich mit großen Augen an, was soviel heißt wie: „Musste das sein?“. Ich rechtfertige das Ganze mit „Materialermüdung“, 10 Minuten später hat die Brille einen Tapeverband und wir widmen uns der WII. Da kann weniger passieren.

20:30 – der Halunke und seine Schwester düsen mit Mama ins Bett. Papa verzieht sich in den Heizungskeller aufs Ergobike. Nicht ohne vorher zu testen ob er im Keller SMSen empfangen kann. Die ShortMessage kommt an, d.h. Ich kann mich meinen Schwächen widmen. Körperfettanteil und Englischgrammatik. Deutschgrammatik und Mathe ist heute nicht dran. Vielleicht im nächsten Leben.

22:00 – Genug von „i am, you are, he is, she is, it is, we are, you are, they are“. Raus aus dem Keller und unter die Dusche. Vorher noch ein Nagioscheck. Viele grüne Ampeln und ein paar downgetimede Criticals machen Lust darauf das neue „Dove Duschgel mit Faltenweg-Formel“ kennen zu lernen. Jetzt kannst da schon die Falten weg waschen. Fein.

23:45 – Mit ein paar Falten weniger schnell noch diesen Post posten und ab in die Heia. Brakke ruft.

Samstag, 26. Dezember 2009

Q74: Ruby on Ergobike


So, Urlaub bis 6.1. ist angesagt. Das heißt Zeit für die Frau, die Digital Nativs und für ein bissal Sport. Für mich ist jeder Urlaub aber auch dazu da etwas Neues zu lernen. Jeder kennt den Spruch vom „Lebenslangen lernen“, oder? Letzte Woche bin ich auf ein neues Testautomationstool namens WATIR gestoßen. WATIR steht für: Web Application Testing in Ruby. Was soviel heißt wie: Q. wird sich mit Ruby beschäftigen. Als erstes war Grundlagenforschung angesagt. Ruby, Ruby on Rails, RadRail, Grails, Gems, Rake, irb, ri, RubyOnRubyOnRubyBlablabla. Was ist was? Was bedeutet was? Was kann was? Zuerst wird im Web gesucht, danach bei Thalia.

Nachdem ich ja beschlossen habe wieder Sport zu betreiben, brauche ich ein Buch zum lesen am Ergobike im Heizungskeller. Buch ist schnell gekauft, jetzt muss der Heizungskeller Ergobike tauglich gemacht werden. Der Feststellung meiner Frau: „Der Trockenraum tut's doch auch, oder?“ entgegne ich mit: „Des haumma eh gleich!“. Irgendwie kommt mir das bekannt vor. Woher nur?

Mit dem Vorsatz dass in 3 Stunden das erste Ruby-Script via WATIR die SD.Website durchgurkt, starte ich mein Vorhaben. Um 11Uhr geht’s also los. 30 Kübeln, à 25kg, mit alten Fertigverputz in die Einfahrt geschleppt. Ein Kübel in jeder Hand damit es schneller geht. Beim 3. mal bereue ich schon mein Vorhaben. Hätte sollen (wie immer) auf meine Frau hören. In der Einfahrt kann der Sondermüll nicht bleiben, also bringen wir ihn gleich zur Sammelstelle bei der Feuerwehr. In einer Kleinstadt geht das auch am Stefanietag. Beziehungen muss man haben. Und einen 20 Euro Schein in der Tasche. Vielleicht kann ich mir die von TheBoss zurück holen. Schließlich war es ja für die zusätzliche Qualität die Einzug halten wird. Leider passen nur 4 Kübeln ins Auto. Um 13Uhr10 ist der Keller besenrein. Nachdem die Wände nicht sehr einladend ausschauen beschließe ich diesen einen Anstrich zu verpassen. In der Garage hinten stehen noch 25kg weiße Farbe und warten auf bessere Zeiten. Diese sind jetzt gekommen.

Um 16Uhr07 strahlt der Keller wie die Notaufnahme im AKH. Das gibt nix her. Ok, da müssen Bilder an die Wand. Das Erste ist ein Lerchalpuups, und um 16Uhr20 ziert ein Oracle7-Supermann-Poster im Ikea-Bilderrahmen die Notaufnahme. Das Zweite Bild gibt der Wand, besser gesagt dem schwächelnden 50er-Jahre-Verputz den Rest. Ein 1m2 großer Putzdownload bringt mich dem Wahnsinn nahe. Der Trockenraum hätte es doch auch getan! Nachdem ich mich wieder gesammelt habe fällt mir ein, dass in der Werkstatt hinten noch Profilholzbretter auf bessere Zeiten warten. Um 19Uhr30 sind diese gekommen und der übrig geblieben Verputz ist hinter 6m2 Bienhoniggewachstem Profilholz verschwunden. Morgen werde ich noch die alten Filzplatten die in der Garage vor sich dahin schlummern aufwecken. Der Fußboden im Heizungskeller ist nämlich überhaupt nicht einladend. Das haben wir dann aber wirklich gleich! Oder?