Logbuch Kretaurlaub - Mittwoch – 14.7.2010
Was ist heute mit Digital Nativ II los? Der will alleine mit mir zum Strand. Alleine mit mir! Mit mir ohne Mama! Der muss krank sein. Ohne Mama. Das gibt’s nicht. Normalerweise geht ohne Mama gar nichts. Papa ist nur zuständig für’s rangeln (Q87). Der Kleine weiß schon was er an Mama hat. Die liest ihm jeden Wunsch von den Augen ab. Da geht alles durch. Bin gespannt wie lange wir zwei miteinander – ohne Schiedsrichter – können?
Also. Auf zum Strand. „Ok Großer, gehen wir“. Nach 20 Meter geht’s schon los: „Papa Tim tragen!“ – „Nein Timmi, wir gehen. Da bekommst du große Muskeln! [Damit krieg ich ihn immer rum]“
Wir sind weitere 30 Meter gegangen. „Papa. Tragen“ – „Nein Tim, wir gehen.“ – „Mama Tim immer tragen! [Ja, das macht Mama. Aber ich nicht! Heute hab ich das Sagen!]“. Tim stellt die Fortbewegung ein und klammert sich an meine Füße. „Paaaaaaapaaaaa. Traaaaagen!“ – „Du kannst mich tragen, wenn du willst. Da wirst du stark. Das gibt viele Muskeln!“.
Das mit den Muskeln zieht immer. Tim nimmt mich pseudomäßig Huckepack – also ich mit einem Bein auf seine Schulter. Nach 3 Metern ist Schluss. Der Kleine will nicht mehr. „Genug Muskeln. Du mich tragen!“ – „Nein, ich trag dich nicht! Große Jungs gehen alleine! [Damit krieg ich ihn immer rum]“ – „[Denkste] Tim klein. Du mich tragen!“. Meine Frau würde ihn jetzt tragen. Ich nicht.
Tim setzt sich hin und bockt. „Kann nicht gehen.“ – „Warum kannst du nicht gehen!“ – „Ich wachse!“. Waaas? „Ich wachse!“ - Der Racker ist 4 Jahre alt und argumentiert warum er getragen werden muss. Das kommt raus bei Montessori-Kindern. Nein, mit mir nicht.
Papa bleibt stehen und bockt auch. „Tim. Ich gehe jetzt alleine! Bleibst du da?“. Tim bockt weiter und sagt kein Wort. „Ok, bis später!“, ich bin da beinhart. Er bleibt sitzen. Er ist da beinhärter. Spätestens wenn er mich nicht mehr sieht gibt er auf. Ich gehe ums Eck. 1-2-3-4-5. Nix passiert.
Ich schau ums Eck, der Kleine sitzt noch immer dort und grinst mich an. „Jetzt geh ich aber wirklich! Tschüss Tim!“. Ich warte 2 Minuten ums Eck, nichts tut sich. Kein heulen, kein schreien, keine Schritte.
10 Schritte später nehm ich ihn auf die Schultern und wir … ähhhh ich … gehe an den Strand. Bekomm ich halt die Muskeln.
Wer’s glaubt!
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Mittwoch, 21. Juli 2010
Dienstag, 20. Juli 2010
Q220: Schiffe finden – das Schiffe versenken für Waldorf-Kinder
Logbuch Kretaurlaub - Montag – 12.7.2010
11:00 – Sarah und ich spielen Schiffe versenken. Natürlich geht’s um eine Eiskugel. Ein „Treffer“ jagt den nächsten. Ich habe lauter „daneben“ und sage oft „Ok, versenkt!“. Neben uns ein Knirps in Sarahs alter, der gespannt zuschaut.
Sarah gewinnt und ich spendier ihr die Eiskugel. Heute wird’s nix mit „Doppelt oder Nichts!“ Hab keine Lust dazu. Will mein Schwimm-Trainingslager starten.
Der Kleine will mit Sarah weiter spielen. Da mischt sich seine Mama ein: „Nein Sebastian Johannes Nepumuk! Das ist Krieg spielen, du weißt das Krieg böse ist! Im Krieg sterben Menschen weil andere Menschen böse sind und sie töten!“.
Mami entpuppt sich als Waldorf-Lehrerin, ihr Sohn ist natürlich ein WaldorfIaner und kann seinen Namen tanzen. Waldorf-Kindergarten, dann Waldorf-Schule. Wieder so einer der nicht in einem „normalen“ Kindergarten für’s Leben lernen kann. Ich bin auch in einem „normalen“ Kindergarten gegangen. Und? Was ist aus mir geworden? [Bei diesem Post lass ich keine Kommentare zu. Sicher ist sicher!]
Meine Tochter kann zwar ihren Namen nicht tanzen, dafür aber hat sie eine blendende Idee: „Sebastian, spielen wir einfach Schiffe finden! Da retten wir Leben und wir sind brave Menschen!“ Ja, meine Tochter! Emotionale Intelligenz in Reinkultur.
Das viele Geld für zwei Jahre privaten Montessori Kindergarten haben sich ausgezahlt.
11:00 – Sarah und ich spielen Schiffe versenken. Natürlich geht’s um eine Eiskugel. Ein „Treffer“ jagt den nächsten. Ich habe lauter „daneben“ und sage oft „Ok, versenkt!“. Neben uns ein Knirps in Sarahs alter, der gespannt zuschaut.
Sarah gewinnt und ich spendier ihr die Eiskugel. Heute wird’s nix mit „Doppelt oder Nichts!“ Hab keine Lust dazu. Will mein Schwimm-Trainingslager starten.
Der Kleine will mit Sarah weiter spielen. Da mischt sich seine Mama ein: „Nein Sebastian Johannes Nepumuk! Das ist Krieg spielen, du weißt das Krieg böse ist! Im Krieg sterben Menschen weil andere Menschen böse sind und sie töten!“.
Mami entpuppt sich als Waldorf-Lehrerin, ihr Sohn ist natürlich ein WaldorfIaner und kann seinen Namen tanzen. Waldorf-Kindergarten, dann Waldorf-Schule. Wieder so einer der nicht in einem „normalen“ Kindergarten für’s Leben lernen kann. Ich bin auch in einem „normalen“ Kindergarten gegangen. Und? Was ist aus mir geworden? [Bei diesem Post lass ich keine Kommentare zu. Sicher ist sicher!]
Meine Tochter kann zwar ihren Namen nicht tanzen, dafür aber hat sie eine blendende Idee: „Sebastian, spielen wir einfach Schiffe finden! Da retten wir Leben und wir sind brave Menschen!“ Ja, meine Tochter! Emotionale Intelligenz in Reinkultur.
Das viele Geld für zwei Jahre privaten Montessori Kindergarten haben sich ausgezahlt.
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