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Dienstag, 12. Januar 2010

Q88: Stell dir vor es ist Revolution und keiner geht hin!


05:02 – irgend etwas weckt mich. War das mein Handy? Bei meinem alten Handy war eine SMS nicht zu überhören. Da war Bonanza eingestellt, und der Klingelton (aka SMS-Ton) hat dich aus dem Bett, besser gesagt aus Brakke, heraus getrieben. Bei meinem neuen Handy ist es anders. Der Ton den ich kurz vor dem Schlafen gehen eingestellt habe, entpuppt sich als Rohrkrepierer. Hat zwar den klingenden Namen „Revolution“, aber der treibt keine Sau hinter dem Ofen hervor. Und wer die Sau nicht treiben kann der treibt auch keinen Bereitschaftshabenden. Beim Testalert hat er sich zwar nach mehr angehört, aus dem Schlaf reißt er dich aber nur durch Zufall. So auch jetzt.

Also. Ein Blick auf das Handydisplay sagt mir: Ein Tunnel ist eingestürzt. Zeit ihn wieder auf zu bauen. Der Leitstand pfeifft mir aber etwas. Das Notebook meldet sich mit „Generic Loaderror“ und alles was blinken kann blinkt. Sch§$§$, was ist das? Das kann ich jetzt am wenigsten brauchen. Ok, in der Ruhe liegt die Kraft. Notebook rebooten, das Ding pfeifft wieder. Ich habe ziemliche Verbindungsprobleme. Die Fensterjalousie 3 cm weiter oben oder unten entscheidet über „Sein oder nicht sein“. Nach 5 Versuchen ist „sein“ angesagt. Das Handy zeigt 05:10 an, Nagios nichts was mich beunruhigen würde.

Da meldet sich mein Handy mit der Revolutionsfanfare: 
OK(XX IPSec Check ...):HTTP/1.1 2001534 bytes in 0.0345 Sekunden)

Das ist die SMS die 2 Minuten nach einem Alert kommt wenn sich das Service von selbst gefangen hat. Hätte ich also vier Minuten länger an der Matratze gelauscht, hätte ich nicht einmal diese verlassen müssen. Da fällt mir der Ratschlag eines Fraggles ein: „Imma drei Minutn zeitvarzögat reagiean. Wäu meistns kummt daun scho de Endwaurnung!“. Na ja, man (aka ich) lernt nie aus!

Mittwoch, 24. Juni 2009

Q15: Ich dich auch. Bussi baba

Nachdem dieses Blog eh keiner liest, kann ich es ja zugeben. Ich habe auf meinem linken Ohr eine verminderte Hörleistung (aka a bissal terrisch). Grund dafür ist die Tatsache, dass ich in meiner Lehrzeit cool sein wollte. Cool sein heißt: Trotz mörderischem Lärm an den Holzbearbeitungsmaschinen setzt ein Cooler Lehrling (aka ICH) keinen Gehörschutz auf.  Erstens weil es bescheuert ausschaut, zumindest aus der Sicht eines 15 Jährigen, und zweitens weil es die Frisur unvorteilhaft zersaust.

07:00 ICH an der Hobelmaschine, die Frisur sitzt
09:00 Pfosten schlichten im Nieselregen, die Frisur sitzt
09:15 ICH bringt Te Best zur Weißglut, Autsch!, die Frisur hat gesessen

Der geneigte Nichtleser des Q.Blogs und Kenner von Q's breiten Mittelscheitel wird jetzt sagen: "Q's Frisur?". Nun den Zweifler biete ich einen Blick in meinen Führerschein an, natürlich nur wenn er/sie mir auch ihres/seines zeigt. Wallendes dunkles Haar mir blonden Meschen. Für die Disco noch in Gel eingelegt und mit Taft betoniert. Führerscheinfotos sind etwas herrliches.

Aber wir waren ja beim Schwerhörig sein. Meine Schwerhörigkeit kommt nur zum tragen wenn viele Geräusche gleichzeitig mein Trommelfell attackieren. So sind z.B. Estimation-Meeting für mich eine Herausforderung. Alle wollen zu Wort kommen, und das passiert meisten gleichzeitig. Aber ja. Aus diesem Grund höre ich mein Handy auch meistens nicht. Es weiß jeder wie es in Öffis zugeht. Nachdem ich es eh meisten nicht hörte, hatte ich es immer aus stumm gestellt. Wie gesagt, "hatte". Meine Freundin war begeistert, dass ich Bereitschaft gemacht habe. Von wegen "Allzeit bereit".

Als Bereitschaftler, der ja dem strengen Fieselschweifkodex "Allzeit bereit" unterliegt, habe ich für eingehende SMS-Nachrichten, denn Nagios meldet sich nur so, auf volle Pulle gestellt. Wer das Q.Blog abonniert hat, kenn die Bonanza-Gschichtl'n.

Nebenbei muss ich auch erwähnen, dass ich nichts mehr hasse als die Leute die mich in der U-Bahn mit Handyklingelton nerven oder erzählen dass sie "eh gleich da sind". Gut sind auch die, die die Merkur-Einkaufszettel noch mit zu Hause abstimmen.

Tüdldü-Tüdldü - "Ja? Sitz in der U-Bahn. Merkur? Ja, mach ich. Was? Nein, du weißt ich mag das zweilagige nicht. Auf die paar Cent kommt's auch nicht an. Ich kauf das 3-lagige. Ja, ich dich auch. Tschüß. Bussi.Baba...". Hat wohl jeder schon einmal gehört, oder?

So, ich fahr also am Abend mit der U-Bahn und lausche gespannt am Ipod wie der 30jährige Krieg entstanden ist und denke nicht daran dass ich ja die SMS-Gurke voll aufgedreht habe. Kleine Frage nebenbei für die Mathematiker: Was ergibt Ipod hören + Terrisch sein? Richtig, eingehende SMS nicht hören. Auch wenn voll aufgedreht.

Plötzlich fängt mein Gegenüber (Look like Beamter, ungefähr mein Jahrgang) mit mir zu reden an. "Mir hat Bonanza auch sehr gut gefallen. Netter Klingelton. Wenn aber Ben Cartwright zum 3. Mal anruft sollten sie dran gehen."

Ich also hastig ans Gerät, voller Panik das irgendein Service steht oder was weiß der Teufel die System bedroht. Mein Puls beruhigt sich, als ich die SMS lese. "Billa nicht vergessen" steht da. Da fällt mir ein dass ich den gelben Einkauszettel auf meinen Monitor geklebt habe. Und außerdem? Warum geh ich ans Handy? Ich hab ja nicht mehr Bereitschaft.

Dienstag, 16. Juni 2009

Q11: Bonanza calling

Jetzt weiß ich wofür Netbooks gut sind. Um in Öffis an seinem Blogtext zu feilen. Hatte die 1. Bereitschaftsnacht hinter mir. Ist ziemlich gut verlaufen. Wobei es sich mit dem gut so verhält wie mit der Schönheit. Liegt alles im Auge des Betrachters.

Protokoll der 1. Nacht (3 folgen noch):

00:30 Begebe mich im Wohnzimmer zur Ruhe (will meine Familie durch evetuell eingehende SMS nicht aufwecken)

00:45 Bau noch schnell das Survivalpackage aus. Für den Fall der Fälle, dass es schnell gehen muss. Ich stelle es am Fensterbrett auf, daneben schlummert das Handy. Am Fensterbrett gibt's den besten Empfang im Haus.

00:50 Stelle mein Handy um (Laut für SMS-Eingang mit der Titelmusik von Bonanza).

01:01 Ab auf die Bettbank. Bumm und weg. Zur Zeit bin ich wie ein Ringer. Sobald meine Schulter die Matratze berührt geb ich w.o, schuld daran ist Metabolic Balance.

03:27 Bonanza ruft an. Ich stehe senkrecht in einer hunderstel Sekunde auf der Bettbank. Ein Navyseals entschärft jetzt noch innerhalb von 20 Sekunden eine Bombe. Hut ab. Ich brauch einmal um den Schock zu überwinden, den das Handy hervorgerufen hat. Es bereitet mir tierische Freude als sich mein Peiniger vibrierend von Fensterbrett in den Abgrund stürzt. Der freigesetzte Akku schlittert unter die Bettbank.

03:29 Connecte mich in die Firma. Check Nagios. Die ESEFTEPE-Brücke hat sich verabschiedet. Was soll ich tun. Bis jetzt hab ich nur gelernt Tunnels wieder zu beleben. Was hat FF gesagt: "Zerst schaun wos des Wiki daazua sogt!". Na gut, ein bissal googln im Bereitschaftswiki und ich habe die Lösung parat. Danke an die Redakteure des Wiki.

04:00 Die ESEFTEPE-Brücke arbeitet wieder vor sich dahin. Hau mich wieder auf die Bank, vorher bau ich ich noch schnell das Handy zusammen. Man weiß ja nie. Grrr, wo ist der Akku?

04:10 Verdammt. Ich hätte das Handy nicht reparieren sollen. Die ESEFTEPE-Brücke ruft schon wieder über die Pondarosa an.

04:20 ESEFTEPE-Brücke läuft wieder. Hau mich wieder aufs Ohr und spiele Ringer.

04:27 Die ESEFTEPE-Brücke steht auf Bonanza. Ich suche in meiner Werkzeugliste nach einem Hammer um damit dem Ganzen ein Ende zu machen. Jetzt werde ich innerhalb von 20 Sekunden das Handy entschärfen. Dann gehe ich zu den Navyseals. Meine Tochter S. steht in der Tür weil sie auf die Toilette muss. Der Anblick meiner bezaubernden Tochter im Schäfchen-Pyjama läßt mich wieder runter kommen, vom Fensterbrett. Später werde ich einmal meinen Enkelkindern erzählen dass S. einem Handy das Leben gerettet hat.

04:35 Die ESEFTEPE-Brücke läuft wieder. Ich kann aber nicht mehr schlafen. Das erinnert mich daran wie T. (aka mein Sohnemann) die Zähne bekam. Das ist auch so ähnlich abgegangen. Schlussendlich hat er geschlafen und ich oder meine bessere Hälfte war wach.

Nächstes mal werde ich das Notebook schaukelnd durch das Wohnzimmer tragen und der Brücke Lieder von Costa Cortalis vorsingen. Bei T. hat das geholfen.